Oslo entdecken – Tipps für euren Städtetrip

Oslo entdecken: Titelbild
Oslo ist die Hauptstadt Norwegens und mit mehr als 690.000 Bewohnern auch die größte Stadt des Landes. Hier residiert nicht nur die norwegische Monarchenfamilie, sondern findet auch die alljährliche Verleihung des Friedensnobelpreises statt. Und mit der Büroklammer wurde in Oslo eines der weltweit wohl am häufigsten verwendeten Büroutensilien erfunden. Hättet ihr das gewusst?

Wir haben uns dazu entschieden, Oslo während unserer Norwegenreise zu erkunden. Und möchten euch an dieser Stelle mit einigen Tipps für euren eigenen Entdeckungstrip in Oslo versorgen.

Verkehrsanbindung

Mit dem Flugzeug ist Oslo von vielen deutschen Flughäfen aus in schnellen zwei Stunden zu erreichen. Zumindest dann, wenn nicht gerade eine weltweite Pandemie uns alle heimsucht.
Wer von Flugangst geplagt wird und – im Gegensatz zu uns – nicht so schnell seekrank wird, dem kann die Fähre ab Kiel einen guten Dienst erweisen. Die Überfahrt mit Colorline dauert etwa 20 Stunden und wird mehrmals wöchentlich angeboten.

Aber wusstet ihr, dass Oslo entdecken auch umweltfreundlich möglich ist? Nämlich mit dem Zug. Zugegeben, von Deutschland dauert die Anreise etwas. Für einen kurzen Wochenendtrip also leider eher ungeeignet. Aber wer beabsichtigt mehr Zeit in Oslo und Umgebung zu verbringen oder gar seinen mehrwöchigen Urlaub in Norwegen verleben möchte, dem legen wir die Anreise mit dem Zug wärmstens ans Herz. Wir haben es selbst ausprobiert. Aus dem Rheinland über Oslo bis nach Lofoten mit dem ÖPNV. Und würden es immer wieder so machen. Warum? Das erklären wir euch in diesem Beitrag: Mit dem Zug nach Norwegen Oslo entdecken mit dem Zug

Preisniveau und Unterbringung in Oslo

Typisch skandinavisch ist auch die norwegische Hauptstadt aus deutscher Sicht betrachtet kein günstiges Reiseziel. So kostete uns 2020 ein Doppelzimmer mit Frühstück in einem einfachen Hotel mit integriertem Hostel umgerechnet knapp 100 Euro pro Nacht. Das ist nicht übermäßig teuer, aber eben auch kein Schnäppchenpreis. Und auch beim Essen und Einkaufen dürft ihr euch über den einen oder anderen Euro mehr nicht wundern. Insbesondere Genussmittel kommen einen in Norwegen teuer zu stehen. So sind knapp 10 Euro für ein Bier in der Bar oder ein Cappuccino für 5 Euro eher die Regel als die Ausnahme. Wer Oslo entdecken möchte, sollte also lieber den einen oder anderen Euro mehr einplanen.

Wie praktisch, dass bargeldloses Zahlen in Norwegen hohe Anerkennung findet. So braucht man nicht viel Geld wechseln (im Land der Wikinger wird mit Norwegischen Kronen gezahlt) und muss auch keine Unmengen von Münzen und Scheinen mit sich rumschleppen, sondern kommt in Oslo bestens mit Kreditkarte und Girocard voran.

Sehenswertes – Was ihr in Oslo entdecken könnt

Einmal vor Ort, wollt ihr euren Oslo Städtetrip natürlich mit Leben füllen. Und zum Glück gibt es in Oslo auch einiges zu entdecken. Aber ähnlich wie Helsinki oder Stockholm bietet auch die norwegische Hauptstadt gewiss nicht im selben Maße Sightseeing-Highlights wie es beispielsweise London oder Rom tun. Das muss jedoch nicht unbedingt schlecht sein. Im Gegenteil. Es bleibt die Zeit für Müßiggang. Zum Schlendern, Staunen und entspannt genießen. Unterwegs in Oslo Dabei könnt ihr die Stadt zu Fuß, mit dem Bus oder der Straßenbahn erkunden. Ein Stopp lohnt ich unserer Meinung nach besonders an folgenden Punkten:  

Det Kongelige Slot – Königspalast Oslo

Die royale Residenz wurde 1824-1848 erbaut. Zu einer Zeit, in der die Stadt Oslo noch Christiania genannt wurde. Während der Sommermonate von Ende Juni bis Mitte August öffnet es für Besucher seine Pforten. In geführten Touren (Tickets am besten online kaufen, mehr Infos hier.) können Interessierte dann die herrschaftlichen Räumlichkeiten erkunden. Wem die Außenansicht ausreicht, der kann durch den Schlosspark schlendern oder auf dem Schlossplatz einem beliebten Schauspiel folgen. Täglich um 13.30 Uhr lockt hier der Wachwechsel der königlichen Garde – norw.: Hans Majestet Kongens Garde – viele große und kleine Besucher an. Schloss Oslo

Akershus Festing

Im Oslofjord liegt auf der Halbinsel Akersneset die Festung Akershus. Die imposante Wehranlage aus dem Jahre 1299 blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück So trotze Akershus zahlreichen Belagerungsversuchen und Bränden, die der Bausubstanz immer wieder enorm zusetzen. Im 17 Jahrhundert wurde die Burg zum Renaissanceschloss umgewandelt. In seiner langen Geschichte war Akershus nicht nur Gefängnisanlage und Königssitz, sondern unter der deutschen Besatzung Norwegens auch gefürchtete Hinrichtungsstätte.
Heute könnt ihr bei einem kostenlosen Rundgang über das weitläufige Gelände mit seinen interessanten Gebäudekomplexen teilhaben an der bewegten Vergangenheit der Bastionsfestung. Im Schloss können im Rahmen von Führungen die aufwändig restaurierten Säle besichtigt werden. Akershus Festning

Museumsinsel Bygdøy

Die Halbinsel Bygdøy befindet sich westlich von Osloer Stadtzentrum und beherbergt mehrere Museen, die spannende Unterhaltung für groß und klein bieten.

Wir sind eigentlich keine großen Museumsgänger. Das Fram Museum hat uns jedoch derart nachhaltig begeistert, dass wir euch einen Besuch dringend ans Herz legen möchten. Dort könnt ihr nicht nur die spannende Geschichte von Forscher und Nationalheld Roald Amundsen bei seinem Wettlauf zum Südpol verfolgen. Sondern auch viele überaus interessante Informationen über die Polarregion und Expeditionsschiffe erfahren. Wir selbst haben fast vier Stunden dort verbracht und hätten noch gefühlt Ewigkeiten bleiben können. Dass wir unsere Faszination für polare Expeditionsreisen in Oslo entdecken würden, damit hätten wir im Vorfeld definitiv nicht gerechnet. Frammuseum

Aber auch das direkt gegenüberliegende Kon-Tiki-Museum ist eure kostbare Urlaubszeit definitiv wert. Mit Begeisterung haben wir dort die Abenteuer von Thor Heyerdahl bestaunt, der mit seinem kleinen Holzfloß bewies, dass Polynesien von Südamerika aus besiedelt worden sein könnte. So mitreißend und aufregend, diese abenteuerlichen Forschungsreisen! Da wurden wir glatt ganz neidisch, dass die Zeit großer Entdeckungsreisen leider schon Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte, vorbei ist. Aber wahrscheinlich wäre das alles eh nichts für uns gewesen, so schnell wie wir seekrank werden. Kon-Tiki-Museum Oso Bygdøy bietet noch viele weitere Museen. So können Wikingerfans im Vikingskipshuset auf Kaperfahrt gehen oder im Norsk Folkemuseum unter freiem Himmel eine Zeitreise vom Mittelalter bis ins 20 Jahrhundert unternommen werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Nehmt euch also für euren Besuch auf der Museumsinsel hinreichend Zeit zum Entdecken und Genießen.

Oslo Opera

Das neue Opernhaus Oslo wurde 2008 eröffnet und ist Spielstätte der Norwegischen Oper. Ganz abgesehen vom vielfältigen Kulturprogramm im Inneren lockt das Bauwerk vor allem aufgrund seiner einzigartigen Architektur, welche an einen schwimmenden Eisberg angelehnt ist, Besucher an. Der kurze, kostenlose Aufstieg auf das Dach lohnt. Denn von dort erhaltet ihr eine nette Panoramaaussicht über das Stadtgebiet und weit hinein in Oslofjord. Oslo Opera

Piraten-Fazit

Zwar können wir uns vorstellen, dass uns Oslo im Rahmen eines gewöhnlichen Wochenendtrips auch gut gefallen hätte. Die Möglichkeit, umweltfreundliche mit dem Zug anzureisen und den Besuch einfach im Rahmen einer größeren Norwegenreise stattfinden zu lassen, finden wir jedoch nach wie vor mehr als großartig. Deshalb möchten wir euch diese Option noch einmal besonders ans Herz legen.

Untypisch für uns haben uns in Oslo vor allem die wirklich großartig aufgemachten Museen in ihren Bann gezogen. Die solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen, wenn es euch einmal in die Metropole am Oslofjord verschlägt.

Zwar kann Norwegens Hauptstadt nicht mit weltberühmten Top-Sehenswürdigkeiten auftrumpfen, uns hat das jedoch nicht weiter gestört. Man kann dennoch mehr als genug neues, spannendes und interessantes in Oslo entdecken. Ohne das nagende Gefühl, nicht genügend Zeit zu haben und von einem Sightseeing-Highlight zum nächsten hetzen zu müssen. Herrlich unaufgeregt. So fühlt sich Urlaub an.

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