African Wildlife – Auf Safari im Addo Elephant National Park

Titelbild

Eine Safari steht wohl auf der Bucketlist eines jeden Südafrika-Reisenden. Denn das Land ist nicht nur bekannt für seine vielseitigen und zauberhaften Landschaften, sondern auch dem damit verbundenen Artenreichtum. Insbesondere die sog. Big Five – Löwe, Büffel, Elefant, Leopard und Nashorn – sind es, welchen die Menschen nahe kommen möchten. Und auch für uns sollten die Begegnungen mit der südafrikanischen Tierwelt eines der Highlights unserer Rundreise werden.
Südafrika trumpft mit einer großen Vielzahl an privaten Wildreservaten sowie staatlich unterstützen Nationalparks auf, in denen ihr eurer Tierliebe und Abenteuerlust nachgeben könnt. In diesem Beitrag möchten wir euch mit dem Addo Elephant National Park vertraut machen, in dem wir das erste Mal Safariluft schnuppern konnten.

Private Game Reserve vs. Besuch im Nationalpark

Für uns stellte sich während der Planungsphase zunächst die Frage, wie wir unsere ‘Wildlife Experience’ in einem der großen Nationalparks oder auf einer privat geführten Game Lodge verbringen möchten.

Viele der bekannten Nationalparks werden von staatlichen bzw. staatsnahen Organisationen wie SANParks (South African National Parks) geführt. Eintrittsgelder und Übernachtungsmöglichkeiten sind daher oft überschaubar. Dafür aber auch das Erlebnisangebot. Zwar stehen euch hier regelmäßig begleitete Touren mit erfahrenen Parkrangern zur Verfügung, aber wer es gerne höchst individuell und auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst haben möchte, der stößt ggf. schnell an die Grenzen der Möglichkeiten.

Da reizt natürlich der Besuch auf einer privaten Game Lodge. Dieser lockt nicht nur mit luxuriöseren Unterkünften und mehr individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern oftmals auch mit einer geringeren Fläche, welche die Rückzugsmöglichkeiten für die tierischen Bewohner begrenzt. Dies erhöht natürlich die Sichtungschancen um ein gutes Stück. Allerdings hat der Komfort oftmals seinen Preis. Übernachtungskosten von 300€ p.P sind keine Seltenheit, sondern eher die Untergrenze der Preispolitik. Ein Aufenthalt im Private Game Reserve reißt schnell ein Loch in die Reisekasse. Uns zumindest war es das nicht wert.
Was uns zusätzlich von einer Buchung dort abgehalten hat ist die Tatsache, dass einige der Private Game Lodges ihr Geld nicht nur mit Safari-Touren verdienen, sondern auch mit dem Jagdgeschäft. Das Erlegen von afrikanischen Wildtieren beim Game Hunting/Hunting Drive ist eine wahre Goldgrube für die privaten Anbieter. Denn diese lassen sich das Spektakel abhängig vom gewünschten Tier mit einigen hundert bis hin zu mehreren tausend Euro bezahlen.

So entschieden wir uns aus Geld- und/oder Moralgründen lieber für einen eher bodenständigen Besuch im Nationalpark. Einem weniger luxuriösen Ort, an denen Ranger jedoch ausschließlich ihrem Forschungs- und Bildungsauftrag nachkommen. Aber genau darum ging es für uns bei einer Safari. Wir wollten Tiere sehen. Lebendige Tiere. Sicher und frei. Auf den hochpreisigen privaten Whirlpool und die an unsere Wünsche, aber nicht ans Reisebudget, angepassten individuellen Touren verzichteten wir somit gerne.

Kleiner Hinweis:
In manchen Nationalparks gibt es auch private Unterkünfte (die natürlich kein Jagdgeschäft betreiben). Und manche Luxuslodges außerhalb der Parks arbeiten/kooperieren mit den Parks und bieten eigenständig Ausflüge dorthin an. Auch dies sind Möglichkeiten, die euch offen stehen, sofern ihr bereit seid, entsprechend tief in die Tasche zu greifen.

Warum wir uns für eine Safari im Addo Elephant National Park entschieden haben

Eingang Addo Elephant National Park

Für uns gab es genau zwei Gründe, weswegen unsere Wahl auf den Addo fiel.
1. Die Reiseroute und 2. Malaria
Wenn man nur drei Wochen in einem großen Land wie Südafrika verbringt, dann muss man sich gut überlegen, was man machen und erleben möchte. Am einfachsten ist es also, wenn sich die Ziele und Ausflugsmöglichkeiten gut miteinander kombinieren lassen.

Bei einem Blick auf unsere Route wurde uns schnell bewusst, dass dies das Aus für den Kgalagadi Transfrontier Park im Westen des Landes gewesen ist. Schade. Denn ein Abstecher in die Kalahari-Wüste an der Grenze zu Namibia, verbunden mit der Chance auf Löwen, Oryxantilopen und Co., wäre für mich (Kathi) ein echtes Highlight geworden.

Blieben als mögliche Kandidaten noch der berühmte Krüger National Park, der Addo und der Hluhluwe-iMfolozi Park, der zwar nicht von SANParks betrieben wird, aber bei dem es sich immerhin um das älteste Naturreservat des Landes handelt. Mal ganz davon abgesehen, dass im Krüger National Park die Kalender auf Regenzeit standen, liegt dieser auch im absoluten Malaria-Gebiet. Beim Hluhluwe-iMfolozi Park, der unter Südafrika-Kennern mittlerweile dem Krüger Park deutlich den Rang abgelaufen hat, sah es zwar etwas besser aus, aber eben auch nicht gut. Malaria kann, muss aber nicht dort auftreten. Da wir aber wegen anderer Medikamente auf eine Malariaprophylaxe unbedingt verzichten wollten, nütze uns das also wenig.

Und somit fiel unsere Wahl am Ende auf den Addo Elephant National Park, der ursprünglich weder von der Landschaft noch von den vorkommenden Tieren unser Favorit gewesen ist. Aber wir wollten unvoreingenommen an unser erstes Safari-Erlebnis herangehen. Und sollten dies am Ende auch nicht bereuen.

Infos & Wissenswertes über den Addo Elephant National Park

Lage

Ihr erreicht den Park ganz komfortabel von der Gardenroute aus über den Matyhowleni-Eingang bei der Ortschaft Colchester. Der nächste Flughafen ist Port Elizabeth, aber auch von Kapstadt aus könnt ihr z.B. mit dem Mietwagen einen Wochenendausflug hierher unternehmen. Der Haupteingang des Parks liegt beim gleichnamigen Ort Addo und der Zutritt dort findet über das Main Camp des Parks statt.
Der Park ist der drittgrößte Nationalpark Südafrikas und wirbt damit, dass er sogar über einen Kütstenabschnitt (zwischen Sundays River Mouth und Bushman’s River Mouth) verfügt. Dies inkludiert das Alexandria Dunefield sowie die Inselgruppe um Bird Island und St. Coix Island in Algoa Bay. Allerdings werden vom Park selbst keine Ausflüge hierher angeboten. Das Betreten der Inseln ist ohnehin verboten, da diese als Brutgebiete für verschiedene Seevögel und Pinguine dienen und auch einer Robbenkolonie Unterschlupf bieten.

Wer sich eine genaue Vorstellung über die Dimensionen des Parks machen möchte, für den gibt es hier entsprechendes Kartenmaterial: Parkmaps

Eintritt

Bei Beitragserstellung lag der Tagespreis für einen ausländischen Besucher bei 301 ZAR (= 19,23 €). Die aktuellen Eintrittspreise findet ihr hier

Unterkünfte

Wer direkt im Park übernachten möchte, der hat dazu an verschiedenen Stellen die Möglichkeit.
Im Addo könnt ihr aus sechs unterschiedlichen Camps wählen, die vom einfachen Zelt bis hin zum komfortablen Cottage eine Vielzahl an unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten bieten:
Addo Main Rest Camp, Narina Bush Camp, Matyholweni Rest Camp, Nyathi Rest Camp, Langebos Huts, Spekboom Tented Rest Camp. Die Unterkunftspreise findet ihr hier.

Forst Cabin von innen

Wir hatten uns für eine sog. „Forest Cabin“ im Addo Main Rest Camp entschieden. Eine sehr einfache Holzhütte, die jedoch wenigstens mit einem eigenen Bad auftrumpfen konnte. Der Vorteil am Main Camp gegenüber den anderen Unterkünften lag für uns ganz klar in der Infrastruktur. So gibt es neben einer Tankstelle auch einen kleinen Shop und ein Restaurant, in dem man abends speisen kann.
Unserer Einschätzung nach muss nicht zwingend im Park übernachtet werden. Es gibt weitaus schönere und günstigere Unterkünfte vor seinen Toren. Allerdings liegen die Vorteile quasi auf der Hand: wer im Park schläft, der kann die Öffnungszeiten der Gaming Zone deutlich besser ausnutzen.

Safari & Tierwelt

Eure Möglichkeiten im Park

Ihr habt die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Tierbeobachtungen: 
– Entweder ihr begebt euch in eurem Mietwagen alleine auf  Beobachtungsfahrt.
– Oder ihr bucht einen Guide, der euch in eurem Mietwagen begleitet.
– Oder aber ihr bucht euch in einen geführten Game Drive ein und habt somit u.a. die Möglichkeit auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten und in ansonsten nicht zugänglichen Gebieten der Gaming Zone auf Fotosafari zu gehen.

Wir sind sowohl alleine durch den Park gefahren als auch in einem geführten Game Drive unterwegs gewesen.

Wichtige Hinweise

Wenn ihr alleine unterwegs seid, dann solltet ihr unbedingt die Gate-Opening-Times beachten. Diese hängen an den Zufahrten zur Gaming Area aus. Haltet euch unbedingt daran und seid pünktlich von euren Erkundungstouren wieder zurück.
Außerdem solltet ihr niemals die Strecke verlassen oder Wege nutzen, die für die Zufahrt verboten sind. Bedenkt bitte, dass das Parkareal um ein Vielfaches größer ist als das, was offiziell als Gaming Zone ausgewiesen ist. Haltet euch stets nur in den Bereichen auf, die für Besucher als solche gekennzeichnet und ausgewiesen sind. Der Form halber erwähnen wir an dieser Stelle, dass das Aussteigen aus dem Fahrzeug verboten ist, es sei denn, es ist anders ausgeschildert. Sollte aber jedem soweit klar sein, dass es eine ausgesprochen dumme Idee ist in der afrikanischen Wildnis herumzulaufen, wo doch der hungrige Löwe quasi hinterm nächsten Busch sitzen könnte.

Big Five

Tatsächlich wird an mehreren Stellen im Internet damit geworben, dass man im Addo Elephant National Park die Big Five sehen kann. Ein Parkranger erklärte uns damals während unseres Game Drives dazu, dass dies auch nicht gelogen sei. Allerdings habe man den einzigen Leoparden schon seit acht Jahren nicht mehr gesichtet und wisse auch nicht, ob dieser sich noch im Einzugsgebiet des Parks aufhalte oder überhaupt noch lebe. Die beiden verbliebenen Nashörner habe man hingegen absichtlich in ein sehr entlegenes, für Besucher nicht zugängliches Areal des Parks verfrachtet und nur wenige wüssten über den genauen Aufenthaltsort Bescheid. Denn die Tiere seien extrem stressempfindlich. Zudem möchte man unbedingt vermeiden, dass sich Wilderer auf die Suche nach ihnen machen. Denn leider kommt es auch immer wieder in afrikanischen Nationalparks vor, dass diese in illegalen Nacht-und-Nebel-Aktionen die Zäune durchbrechen und Wildtiere erlegen oder aber wie im Fall des berühmten Löwen Cecil Parkmitarbeiter für den Zugang bestechen. 

Von Affe bis Zebra

Wie der Name des Parks schon verrät, stehen natürlich die Elefanten im Vordergrund. Mehr als 600 Dickhäuter leben in der buschigen Hügeln des Addo Elephant National Parks. Wir behaupten mal, dass eine nahezu hundertprozentige Sichtungsgarantie für einen Elefanten besteht. Für alle Fans der grauen Riesen ist ein Besuch im Park also ein absolutes Muss.

Ansonsten habt ihr beispielsweise die Möglichkeit auf folgende Tierbegegnungen: Löwen, Hyänen, Füchse, Wildkatzen und Caracale, Schakale, Erdwölfe, Büffel, Kudus, Zebras, Impalas, Klippspringer, Warzenschweine, Erdmännchen, Mangusten, Klippschliefer, Fledermäuse, Erdferkel, Paviane und weitere Affen, verschiedene Schlangen und Spinnen sowie Eidechsen, Schildkröten und den Flightless Dung Beetle (bitte nicht drüber fahren). Zudem über 400 Vogelarten vom kleinen Spatz bis hin zum großen Strauß. Und wenn man den kaum zugänglichen Marinesektor noch mit hinzu nimmt, dann auch auf Robben, Pinguine, Wale und Delfine.

Diese Auflistung ist, genau wie die kleine Galerie unserer Sichtungen, bei weitem nicht abschließend. Und ihr solltet beachten, dass der Park, wie bereits erwähnt, auch über riesige Areale verfügt, die den Besuchern nicht zur Verfügung stehen. Tiere, die sich dort aufhalten, werdet ihr also nicht sehen können.

Unsere Safari-Tipps

Egal ob ihr im Park nächtigt oder nur zu einem Tagesausflug kommt: schließt euch unbedingt auch einem geführten Game Drive an. Wir legen euch ganz besonders die Sundowner Tour ans Herz, bei der ihr in der Abenddämmerung auf die Pirsch geht. Wünscht den tagaktiven Parkbewohnern einen erholsamen Schlaf und seid dabei, wenn die Tiere der Nacht (z.B. Löwen, Hyänen und Erdferkel) aus ihren Verstecken kommen.

Hunderte Elefanten könnt ihr an heißen Tagen um die Mittagszeit am Harpoor Dam beobachten. Dann kommen die Dickhäuter aus allen Richtungen um beim gemeinsamen Bad nicht nur ihre Haut sondern auch die sozialen Kontakte zu pflegen.

Haltet nicht nur Ausschau nach Tieren, sondern auch nach anderen Autos. Denn viele haltende Wagen an einem Punkt sind meist ein sicheres Anzeichen für eine besonders lohnenswerte Sichtung.

Piraten Fazit

3 Tage/2 Nächte haben wir im Addo Elephant National Park verbracht. Und sind dabei so richtig auf den Safarigeschmack gekommen. Allerdings hätte es auch für uns Neulinge vollkommen ausgereicht lediglich 2 Tage/1 Nacht dort zu verbringen. Denn das zugängliche Gebiet ist zwar weitläufig, aber auch nicht endlos. Irgendwann wiederholen sich die Strecken und auch die Tiersichtungen.
Insbesondere für Kinder und Safari-Anfänger ist ein Ausflug in den Park aber eine großartige Sache. Denn es war einfach, aber eben nicht zu einfach, ein paar Wildtiere zu beobachten. Und aufgrund seiner guten Anbindung zur Gardenroute lässt sich ein Abstecher in den Addo ohne größeren Planungsaufwand in eure Rundreise integrieren.

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