Hohe Preise, eine Mondfinsternis und ganz viel Lebensqualität – ein Ausflug nach Zürich

Blutmond in Zürich

Die halbe Stadt scheint sich auf der Rathausbrücke versammelt zu haben, alle schauen wie gebannt Richtung Grossmünster. Denn dort, zwischen den beiden Türmen des Wahrzeichens der Stadt, ist der Blutmond an diesem 27. Juli 2018 ganz deutlich zu sehen. Zugegeben: Diese längste Mondfinsternis des Jahrhunderts ist schön anzusehen. Aber Zürich hat auch außerhalb dieses Naturschauspiels einiges zu bieten. Nicht umsonst liegt die Stadt am Zürichsee auf Rang 2 der Mercer-Studie, welche jährlich die Lebensqualität in Städten auf der ganzen Welt bewertet. Genießt also mit uns einen Ausflug zu unseren südlichen Nachbarn.

Preisniveau und Verkehrsanbindung

Zürich ist das wahrscheinlich teuerste Reiseziel, welches wir bisher besucht haben. Für ein Zimmer in einem einfachen 3*-Hotel mit Frühstück in Zentrumsnähe muss man in der Regel über 150 EUR pro Nacht ausgeben, eine Pizza Margherita kostet mindestens 15 EUR und selbst der Besuch der allseits bekannten Fast-Food-Ketten schlägt zu zweit schnell mit umgerechnet 30 EUR zu Buche. In der Schweiz, wo man mit Schweizer Franken (1 EUR entspricht ca. 1,15 CHF) zahlt, ist – bedingt durch recht hohe Löhne – das Preisniveau einfach deutlich höher als in den meisten anderen Staaten. Hinzu kommt die Exklusivität Zürichs. Interessant ist daher sicherlich die Zürich Card*, welche für 24 oder 72 Stunden zum Preis von derzeit 23,70 EUR bzw. 46,45 EUR zum Beispiel direkt am Flughafen erworben werden kann und freie Nutzung des ÖPNV-Netzes (inklusive kleiner Rundfahrt auf dem Zürichsee), freien oder ermäßigten Eintritt in vielen Museen sowie weitere, teilweise jedoch aus unserer Sicht eher unspektakuläre, Vorteile bietet. Sind die Preise vor Ort auch hoch, bringt eine Reise nach Zürich doch einen gewissen Kostenvorteil an anderer Stelle mit sich: man kommt schnell und vor allem günstig hin! Aus Süddeutschland und Österreich
bieten sich aufgrund der kurzen Strecke Zug- und Autofahrten an. Fliegend erreicht man die Stadt aktuell – nicht selten mehrfach täglich – von Berlin-Schönefeld (EasyJet), Berlin-Tegel (EasyJet & Swiss), Dresden (Swiss), Düsseldorf (Eurowings & Swiss), Frankfurt am Main (Lufthansa & Swiss), Graz (Swiss), Hamburg (Eurowings & Swiss), Hannover (Swiss), Köln-Bonn (Eurowings), Leipzig-Halle (Eurowings), München (Lufthansa & Swiss), Nürnberg (Swiss), Stuttgart (Swiss), Sylt (Swiss) und Wien (Austrian & Swiss). Bei diesem riesigen Angebot lässt sich gut der ein oder andere Schnapp machen, sodass mehr Geld für die hohen Kosten vor Ort übrig bleibt.
Flugzeugfenster

Sehenswertes

Auch wenn Zürich mit etwas mehr als 400.000 Einwohnern (in der Metropolregion sind es sogar über 1,8 Millionen Einwohner) die größte Stadt der Schweiz ist, gehört „Züri“ sicherlich nicht zu den Reisezielen in der allerersten Reihe. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass oft grade solche Destinationen besonders schöne Besuche bieten, da es in ganz entspannter Atmosphäre trotzdem viel zu sehen gibt:

Altstadt rund um die Limmat
Der zentrale Fluss Limmat, welcher vom Zürichsee ausgehend durch die Altstadt fließt, dominiert das Stadtbild.
Rechts des Flusses sticht neben dem romanischen Grossmünster vor allem das ins Wasser hinein gebaute Rathaus ins Auge. Entlang des Limmatquais bieten pittoreske Zunft- und Stadthäuser einen schönen Anblick. Dahinter erstreckt sich ein Gewirr aus teils kleinsten Gässchen, in dem unzählige Restaurants und Cafés zum Verweilen in Altstadtatmosphäre einladen – sofern man das viele Geld für eine Einkehr investieren möchte. Von der im Norden der östlichen Altstadt gelegenen Haltestelle „Central“ gondelt die recht steile Polybahn hinauf zur Universität, von wo aus man einen tollen Blick über die Stadt genießen kann. Eine ähnlich gute Aussicht – nur genau in die andere Richtung – bietet mit dem Lindenhof auch das Ufer links der Limmat, welches uns insgesamt ein bisschen besser gefallen hat. Die Gassen sind hier (zumindest zwischen Rathausbrücke und Münsterbrücke) noch ein Wenig verwinkelter, es gibt ein paar ruhigere Plätze und der Blick auf den von hier aus gegenüberliegenden Limmatquai mit Rathaus, Wasserkirche und Grossmünster ist besser. Ganz im Norden der westlichen Altstadt direkt am Hauptbahnhof findet sich hinter dem burgartigen Schweizerischen Nationalmuseum der Park Platzspitz, von wo aus man eine Bootfahrt auf der Limmat starten kann. Im Westen wird die Altstadt von der Bahnhofstrasse begrenzt, welche mit sündhaft teuren Shopping-Möglichkeiten lockt. Ein unverhofftes Highlight bot sich uns nahe des eleganten Frauenmünsters in der Storchengasse, in welcher ein Alphornbläser in den Abendstunden stimmungsvoll sein Können unter Beweis stellte.
Zürich Altstadt

Zürich Gasse

Museen
Wie die meisten Metropolen, die für ihr Land eine große Bedeutung haben wie Zürich sie für die Schweiz hat, bietet Zürich eine Vielzahl an Museen. Wir sind – wie Ihr ja sicher wisst – leider zwei kleine Kulturbanausen, sodass uns Kunstmuseen in keiner Weise interessieren. Sicherlich böte Zürich hier so Einiges, wir haben uns jedoch auf das
Schweizerische Nationalmuseum* und (auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person) das FIFA World Football Museum* beschränkt. Ersteres bietet zu verhältnismäßig kleinen Preisen einen guten Überblick über die Schweiz und was sie ausmacht. Letzteres ist (zumindest ohne Zürich Card*) etwas teuer, bietet aber für Fußballfans und vor allem für Kinder leichte und kurzweilige Unterhaltung. Etwas schade fanden wir, dass die aktuelle WM 2018 so gut wie gar keine Beachtung fand. Insgesamt hat uns das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund bei einem Besuch im Vorjahr besser gefallen.
Schweizerisches Nationalmuseum

Fifa World Football Museum

Uetliberg
Der Uetliberg westlich der Stadt ist der Hausberg von Zürich, welcher einen weiten Rundumblick ermöglicht und einige Höhenwanderungen sowie Mountainbike-Trails bietet und damit sicherlich zur bereits erwähnten hohen Lebensqualität beiträgt. Bei unserem Besuch war es leider etwas diesig, sodass man zwar Zürich gut überblicken konnte, die Alpen im Hintergrund aber leider im Dunst nur zu erahnen waren. Sollte die Sicht klar sein, ist der Ausblick – grade auch vom Aussichtsturm, welcher für 2 Franken bestiegen werden kann und der nichts für Leute mit
Höhenangst ist – sicherlich gigantisch. Aber auch so waren wir nicht traurig um den Ausflug ins Grüne, nur bei Regen lohnt es sich wahrscheinlich nicht. Rauf kommt man entweder auf Schusters Rappen oder ganz entspannt in etwa 20 Minuten mit der S10 vom Hauptbahnhof aus. Von der Endhaltestelle aus muss man jedoch noch aufwärts ein Stück weit zu Fuß laufen. Die S-Bahn-Fahrt ist übrigens auch in der Zürich Card enthalten, nicht jedoch in einer Fahrkarte für den Innenstadtbereich (Zone 110).

Ausblick vom Uetliberg

Zürichsee
Der Zürichsee ist für uns genau das, was Zürich ausmacht. Es ist einfach toll hier! Entweder man flaniert entspannt am Ufer entlang, unternimmt eine Bootsfahrt mit schönen Ausblicken, gönnt sich bei heißem Wetter eine Abkühlung an einer der vielen Badestellen, liegt einfach nur faul an einem der Strände oder ist aktiv und probiert eine
Wassersportart nach der anderen durch. Wir haben eine kleine Rundfahrt mitgemacht und es hat uns immer wieder an die Quaibrücke im Süden der Altstadt gezogen. Es bleibt eigentlich nicht viel mehr zu sagen: Wenn man am Zürichsee steht, weiß man, warum die Stadt so teuer ist – und warum die Lebensqualität hier so hoch ist wie kaum irgendwo anders!

Zürichsee

Piratenfazit

Wir hatten ein schönes Wochenende in Zürich. Es ist eine entspannte Großstadt mit einer schicken Altstadt, die ganz tolle Freizeitaktivitäten bietet. Mit dem bis in die Stadt hineinreichenden Zürichsee, dem nahegelegenen Uetliberg und den Alpen im Hintergrund ist die Natur ganz nah, was uns immer besonders gefällt. Leider hat all das
auch seinen Preis. Insgesamt halten wir also ein Wochenende von Freitag bis Sonntag in Zürich für optimal, da es für die Sehenswürdigkeiten und Ausflüge vor Ort zeitlich ausreichend ist, der Geldbeutel aufgrund der recht kurzen Reisezeit nicht überstrapaziert wird und man so maximal einen Urlaubstag aufwenden muss.

Werbehinweis:
Unsere Empfehlung erfolgen aus purer Überzeugung und ohne jeglichen materiellen Vorteil für uns.

2 Kommentare bei „Hohe Preise, eine Mondfinsternis und ganz viel Lebensqualität – ein Ausflug nach Zürich“

  1. Stefan Books sagt: Antworten

    Gefällt mir gut!

    1. Passport Pirates sagt: Antworten

      Danke Stefan 🙂

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