Pinguine in Südafrika: Stony Point und Boulders Beach

Pinguine in Suedafrika
Südafrika ist nicht nur für seine Wale und Elefanten bekannt. Vor allem die Pinguine haben es Reisenden aus aller Welt angetan. Kein Wunder, denn während die kleinen Vögel als wendige und geschickte Jäger durch den Ozean sausen, sorgen Watschelgang und Gefieder im Agenten-Look an Land für einen Auftritt mit Niedlichkeitsfaktor. In diesem Beitrag versorgen wir euch mit Tipps und Informationen für eure Begegnung mit Pinguinen in Südafrika.

Pinguine? In Afrika???

Falls dieser Beitrag hier den einen oder anderen Leser verwundern sollte, so möchten wir kurz mit ein paar interessanten Informationen zu den drolligen Frackträgern auftrumpfen. Die weit verbreitete Annahme, dass Pinguine es gerne kalt mögen und daher an Nord- und Südpol anzutreffen sind, ist leider gänzlich falsch. Pingu-Fans, die so wie wir Europäer auf der Nordhalbkugel unserer Welt leben, müssen jetzt ganz stark sein. Denn die kleinen Räuber haben es sich ausschließlich auf der Südhalbkugel von Planet Erde gemütlich gemacht. Wer also am Nordpol nach Pinguinen sucht, der sucht vergeblich. Dafür hättet ihr dort aber super Chancen auf Eisbären, welche ausschließlich am Nord- nicht aber am Südpol beheimatet sind. Ein Eisbär wird also niemals wissen, wie Pinguin schmeckt. Im Gegensatz zu Eisbären, die ausschließlich die kalten Polarregionen rund um die Arktis als Lebensraum auserkoren haben, sind die Geschmäcker der Pinguine vielfältiger. Während Großpinguine (Königs- und Kaiserpinguin) in der eisigen Welt der Arktis beheimatet sind, fühlen sich die kleineren Gattungen der Schopf- und Brillenpinguine beispielsweise an den Küsten von Argentinien, Chile, Peru und Brasilien, Südafrika, den Galapagosinseln und im südlichen Neuseeland ausgesprochen wohl.

Pinguine in Südafrika

Nach unserem Kenntnisstand gibt es, neben vereinzelten weiteren Möglichkeiten, zwei Orte an denen ihr nahezu Sichtungsgarantie für Pinguine haben werdet. Den Boulders Beach in Simonstown (nördliche Kaphalbinsel) und am Stony Point in Betty’s Bay (südlich der False Bay). Hier hat sich jeweils eine große Kolonie Brillenpinguine angesiedelt. Neugierige Pinguine Die kleinen, schwarz-weißen Vögel werden etwa 60 bis 70 cm groß, 2,5 bis 3 kg schwer und erreichen ein Alter von bis zu 20 Jahren. Ihren Namen haben die putzigen Gesellen von dem rosanen Fleck, welcher sich wie eine Brille um ihre Augen legt. Im englischen Sprachraum haben die „African Penguins“ den liebevollen Spitznamen „Jackass Penguins“ bekommen. Jackass ist dabei eine etwas unschmeichelhafte Vokabel für einen Esel. Rein optisch haben die Vögel nichts mit dem Huftier gemein. Aber ihre lauten, penetranten (Paarungs-)Rufe erinnern tatsächlich ein Stück weit an die Schreie eines Esels. Nicht verwechseln solltet ihr die Jackass-Pingus jedoch mit den Eselspinguinen, welche lediglich auf den sub-arktischen Inseln und arktischen Halbinsel vorkommen. Solltet ihr auf echte Eselspinguine treffen, dann seid ihr definitiv irgendwo falsch abgebogen.

Stony Point Penguin Colony

In der kleinen Ortschaft Betty’s Bay liegt das Stony Point Nature Reserve, welches Heimat einer großen Kolonie von Brillenpinguinen ist. Pinguine am Stony Point

Anreise und Kosten

Ihr erreicht Betty’s Bay in etwa 60 Minuten und 60 km von Hermanus aus über die Küstenstraßen R43 und R44. Von Kapstadt aus folgt ihr der N2 und die R44 an der Ostseite der False Bay entlang und erreicht die Stony Point Penguin Colony nach etwa 90 km und 1,5 Stunden Fahrtzeit. Parkplätze befinden sich direkt am Eingang. Für nur 25 ZAR (also grade mal 1,54 €) pro Person könnt ihr hier täglich bis 17 Uhr fast 4000 Pinguine beobachten.

Pingu Watching

Durch den eingezäunten Lebens- und Brutraum der Vögel verlaufen Holzstege, welche euch verschiedene Einblicke auf die Tiere ermöglichen. Die Kolonie befindet sich vorwiegend auf felsigem Untergrund, nur ein kurzer, sandiger Buschabschnitt trennt die Tiere von den Vorgärten der umgebenden Anwohner.

Hinweise

  • Selfie-Sticks und Drohnen müsst ihr bei eurem Besuch draußen lassen. Denn in der Vergangenheit kam es leider immer häufiger vor, dass penetrante Touristen den armen Tieren mit ihrem Fotoequipment zu sehr auf die Pelle gerückt sind.
  • Das Füttern der Tiere ist verboten.
  • Auch anfassen solltet ihr die Vögel nicht. Denn das ist nicht nur purer Stress für die Pinguine, sondern kann auch für euch böse Enden. Ihr Schnabel ist spitz und fühlen sie sich bedroht, werden die Pinguine nicht davor zurück schrecken, ihn gegen euch einzusetzen.
  • Bevor ihr in euren Mietwagen steigt, werft bitte einen kurzen Blick darunter. Denn es kommt vor, dass sich einzelne Pingus unter geparkten Autos verstecken. Und ihr wollt die kleinen Kerle sicherlich auf keinen Fall verletzen.

Boulders Penguin Colony

Im Nordosten der Kaphalbinsel liegt das Städtchen Simon’s Town, in der euch mehr als 2000 Pinguine in der zum Table Mountain National Park gehörenden Pinguinkolonie erwarten. Karte Boulders Penguin Colony

Anreise und Kosten

Ihr erreicht Simon’s Town von Kapstadt aus mit dem Mietwagen über die M3, M64 und M4 in knapp einer Stunde (fast 50 km). Parkplätze sind ein kurze Stück vom Haupteingang entfernt vorhanden. Ihr könnt euren Abstecher hierher im Übrigen perfekt mit einem Besuch am Kap der guten Hoffnung verbinden, welches sich nur 25 km weiter südlich befindet. Die Eintrittspreise für einen Besuch in der Boulders Colony liegen aktuell bei 152 ZAR (9,38 €) für erwachsene Reisende und 76 ZAR (4,69 €) für die kleinen Weltenbummler. Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten und Preisen sowie Zugang zu Infobroschüren bekommt ihr hier.

Pingu Watching

Foxy Beach Der Eintrittspreis gilt für die Stege und Aussichtsplattformen am Foxy Beach, von denen aus ihr die Pinguine, getrennt durch Zäune, an einem wundervollen Strand beobachten könnt. Foxy Beach Boulders Beach Wem das nicht ausreicht, der kann sein Ticket nutzen und weiter zum Boulders Beach schlendern. Ihr findet ihn, wenn ihr,vom Parkplatz kommend, nicht links in den Haupteingang zum Foxy Beach abbiegt sondern geradeaus dem Weg am Zaun entlang folgt. Der Boulders Beach ist ein Badestrand, an denen ihr den Pinguinen ohne Zäune und Absperrungen im warmen Sand und kühlen Wasser ganz nah kommen könnt. Boulders Beach Seaforth Beach Sparfüchse unter euch können auch die Gelegenheit nutzen und ihr Glück kostenlos am Seaforth Beach direkt am Parkplatz versuchen. Denn hier haben sich einige wenige Pinguine abseits der eingezäunten Kolonie niedergelassen. Seaforth Beach

Hinweise

Hier gelten dieselben Regeln, wie am Stony Point.

Piraten-Fazit

Wir haben den beiden großen südafrikanischen Pinguin-Kolonien einen Besuch abgestattet. Und waren sehr froh darüber, obwohl wir aus Zeit- und Kostengründen ursprünglich eigentlich nur in Betty’s Bay vorbei schauen wollten. Wer in Ruhe ein paar Pinuine in Südafrika beobachten möchte, für den ist ein Besuch in der Stony Point Penguin Colony sicherlich hinreichend. Mäßiger Andrang, viele Pinguine, geringe Kosten. Die Boulders Penguin Colony kostet euch mehr Geld, bietet aber auch eine schönere Kulisse. Diese müsst ihr dafür dann leider aber auch mit deutlich mehr Menschen teilen. Beide Orte bieten für euch eine tolle Möglichkeit, um wildlebende Pinguine in Südafrika zu beobachten. Unser absolutes Highlight war jedoch, den Pinguinen am Foxy Beach ganz nah kommen zu dürfen. Ein Erlebnis, dass ihr euch unserer Meinung nach auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

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