Der Milford Sound – Entdeckt Neuseelands schönsten Fjord

Milford Sound
Der Milford Sound ist ein Fjord im Südwesten der Südinsel Neuseelands. Inmitten des wundervollen Fjordland National Parks gelegen, gehört er zu den Top-Attraktionen des Landes, welche von den Neuseeländern liebevoll als das achte Weltwunder betrachtet wird. Auch uns hat es während unserer Rundreise durch Neuseeland an dieses zauberhafte Fleckchen Erde verschlagen. In diesem Blogpost verraten wir euch alles Wichtige für euren eigenen Abstecher in einer Zeit nach der Corona-Krise.

Was euch am Milford Sound erwartet

Beeindruckend hohe Felswände, das tiefe Grün der umliegenden Regenwälder. Wer den Weg zum Milford Sound auf sich nimmt, der wird mit Abgeschiedenheit und ganz viel unberührter Natur belohnt. Bei einer Schifffahrt durch den Fjord könnt ihr die wunderbare Aussicht und einzigartige Schönheit dieses Ortes auf euch wirken lassen. An regnerischen Tagen wabern Nebelfetzen mystisch an den Gipfeln der umliegenden Berge. Wasserfälle stürzen sich die bemoosten Steilhänge hinab. Kommt die Sonne zwischen den Wolken hervor, so bricht sich ihr Licht glitzernd an der Wasseroberfläche und verwandelt Spritzwasser in schillernd bunte Regenbögen. Mit etwas Glück könnt ihr auf den Felsen im Wasser Robben beobachten oder euch schwimmt gar eine Delfinschule vor die Kameralinse.

Anreise mit dem Kreuzfahrtschiff

Wir waren live vor Ort, als sich die mächtige MS Queen Elizabeth ihren Weg durch die Fjordlandschaft bahnte. Ein 294 m langer Koloss mit Platz für mehr als 2000 Menschen an Bord, der so unglaublich winzig in dieser gigantischen Atmosphäre wirkte. Ein eindrucksvolles Schauspiel, wenngleich wir selbst nicht zu den Kreuzfahrtjüngern zählen. Daher nur am Rande erwähnt, dass grundsätzlich auch diese Möglichkeit besteht, um zum Fjord zu gelangen. Kreuzfahrtschiff im Milford Sound

Anreise mit dem Flugzeug

Am Milford Sound gibt es ein Flugfeld, welches u.a. mit Kleinflugzeugen aus Queenstown erreichbar ist. Neben der Tatsache, dass die Ticketpreise stark die Urlaubskasse belasten, möchten wir an dieser Stelle anmerken, dass die angebotenen Flugverbindungen aufgrund der unbeständigen Wetterverhältnisse am Milford Sound häufig verschoben werden oder gar ausfallen müssen.

Zu Fuß über den Milford Track

Der Milford Track gehört zu den bekanntesten Wanderwegen Neuseelands. Die 54 km lange, mehrtägige Tour startet bei der Ortschaft Te Anau und endet am Sandfly Point in der Nähe des Milford Sounds. Übernachtungsmöglichkeiten bieten insgesamt 3 über die Distanz verteilte Hütten, deren Vorabreservierung nicht nur dringend empfohlen, sondern je nach Saison sogar zwingend notwendig ist. Nähere Informationen rund um den Track erhaltet ihr hier.

Geführter Tagesausflug mit dem Reisebus

Nicht nur die einzelnen am Fjord anzutreffenden Schifffahrtsunternehmen sondern auch weitere Reiseveranstalter bieten die Möglichkeit, den Milford Sound im Rahmen einer Tagestour zu erkunden. So könnt ihr euch beispielsweise vom 288 km entfernten Queenstown oder aus dem mit 120 km Distanz etwas näher gelegenen Örtchen Te Anau mit dem Reisebus auf den Weg zum Milford Sound machen, wo sich in der Regel eine Bootstour anschließen wird. Allerdings müsst ihr dabei insbesondere aus Queenstown kommend mit gut und gerne 4 Stunden Fahrtzeit pro Strecke rechnen. Und auch, wenn es von Te Anau nur die Hälfte der Zeit kostet, würde wir jedem empfehlen, mit dem Mietwagen anzureisen. Denn dies ist nicht nur die günstigste Variante, sondern auch die, welche euch mit Abstand die meiste Flexibilität bietet.

Individuelle Anreise mit dem Mietwagen

Wir haben den Milford Sound mit dem eigenen Mietwagen von Te Anau aus besucht. Eine denkbar einfache Anreise, auf der wir quasi lediglich dem State Highway 94 („Milford Road“) etwa 120 km bis zum Ende folgen und den Wagen am inzwischen kostenpflichtigen Parkplatz unweit des Bootsanlegers abstellen mussten. Wir würden diese Variante jedem Neuseelandreisenden ans Herz legen und immer wieder einer Busreise vorziehen. Denn ihr spart nicht nur bares Geld gegenüber den teilweise recht teuren Trips der Touranbieter, sondern seid auch völlig frei in eurer Unternehmung.

Der Weg ist das Ziel

Statt also dem strikten Fahr- und Zeitplan des Reiseveranstalters folgen zu müssen, könnt ihr euch einfach so viel Zeit nehmen, wie ihr möchtet. Und es lohnt sich. Denn der Fjordland Nationalpark trumpft mit atemberaubend schöner Natur auf, die euch immer wieder zu Fotostopps und Pausen einladen wird. Besonders genossen haben wir die Flexibilität der eigenen Anreise an den wundervollen Mirror Lakes. Die Seen bilden eines der Top-Highlights auf dem Weg zum Milford Sound und werden daher eigentlich von allen Bustouren auf Hin- und/oder Rückfahrt angesteuert. Als wir an den Seen verweilten, erlebten wir selber die Ankunft einer großen Ausflüglergruppe. Binnen weniger Sekunden brach das pure Chaos aus, als die riesige Menschenflut sich über die kleine Aussichtsplattform ergoss. Es wurde eng. Sehr sogar. Ein Geschubse und Gedrängel ohnegleichen, während jeder versuchte, schnell einen Schnappschuss von den Seen zu erhaschen. Denn der Busfahrer ließ bereits den Motor an und drängelte zur Weiterfahrt. Wir hatten uns zwischenzeitlich etwas aus der Masse heraus gekämpft, da wir uns doch sehr unwohl fühlten mittendrin im Menschenpulk. Und waren sehr froh, dass wir nicht Teil einer solchen gehetzten Gruppe waren. Sondern ganz entspannt abwarten konnten, bis es wieder leerer wurde. Und wir die Mirror Lakes wieder ganz ungestört für uns und unsere Fotosession hatten. Wer selber fährt, bestimmt auch selbst den Fahrplan. Ihr entscheidet, wann und wo ihr Zwischenstopps einlegt und wie viel Zeit ihr dafür einplanen wollt. Und bei so herrlichen Gegebenheiten, die ihr entlang der Milford Road vorfinden werdet, wird quasi schon die Anreise zu einem echten Urlaubshighlight.

Sehenswertes entlang der Milford Road

Bereits auf dem Weg zum Milford Sound gibt es allerhand zu entdecken. Hier für euch ein kurzer Überblick:

Eglinton Valley

Schroffe, baumbewachsene Steilhänge ragen in den Himmel empor. Dazwischen weite, mit goldgelben Gras bewachsene Ebenen. Dieser Ort entstand vor Äonen von Jahren, als das Wasser schmelzender Gletscher diese einzigartige Landschaft formte. Kaum verwunderlich, dass dieses wundervolle Fleckchen Erde sowohl in den Herr der Ringe-Verfilmungen als auch in der Hobbit-Trilogie als Drehort diente.

Mirror Lakes

Die Mirror Lakes liegen im Eglinton Valley. Ihr solltet unbedingt dort einen kurzen Stopp machen um euch die hübsche Wasserspiegelung der imposanten Bergwelt einmal selbst anzusehen. Mirror Lakes

Knobs Flat

Ebenfalls ein Teil des Eglington Valley. Neben der netten Aussicht habt ihr im Visitor Center die Möglichkeit, euch mit Informationen über die Region mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna zu versorgen und das letzte mal vorm Milford Sound sanitäre Anlagen mit fließendem Wasser aufzusuchen.

Monkey Creek

Eine Landschaft, wie aus einem Neuseeland-Bilderbuch. Im Hollyford Valley gelegen, schlängelt sich der kleine Bach zwischen schneebedeckten Berggipfeln entlang. Das frische Quellwasser soll Trinkqualität jhaben, durstige Reisende können ihre Trinkflaschen also besten Gewissens mit erfrischendem Gletscherwasser füllen. Und mit etwas Glück trefft ihr auf dem Parkplatz sogar auf neugierige Keas. Die einzige Bergpapageienart der Welt ist u.a. im Fjordland Nationalpark heimisch. Und auf der Suche nach Futter und Unterhaltung suchen die klugen Vögel gerne die Parkplätze entlang der Milford Road auf. Monky Creek

Homer Tunnel

Nun, ob ihr wollt oder nicht: diesen Tunnel müsst ihr passieren, wenn ihr zum Milford Sound fahren möchtet. Über 1,2 km unterquert ihr in der Felsenröhre die alpine Bergwelt des Nationalparks. Ein hochinteressantes Meisterstück der Architektur, welches 19 Jahre Bauzeit beansprucht hat. Kaum vorstellbar, aber vor seiner Fertigstellung im Jahr 1954 gab es keine einzige Straße zum Milford Sound. Ein Hoch auf die neuseeländischen Straßenmeister, die diesen fantastischen Ort für Besucher wie uns und euch erst zugänglich gemacht haben. Allerdings kann es insbesondere während der Sommermonate zu längeren Staus vor dem Tunnel kommen. Denn auch, wenn der Tunnel grundsätzlich zweispurig ist, wird er dann aufgrund des hohen Andrangs aus Sicherheitsgründen abwechselnd für nur eine Fahrtrichtung freigegeben.

Cleddau Valley

Nachdem ihr den Tunnel passiert habt, führt euch der Weg weiter durch das imposante Cleddau Valley. Dort windet sich die Straße zwischen eindrucksvollen Berghängen entlang, welche an ihren Füßen mit dichtem Regenwald bewachsen sind. In den Wintermonaten bildet dieser Teil der Route einen der schwierigsten aufgrund der relativ hohen Gefahr von Schneelawinen. Häufig muss die Straße wegen Lawinenabgängen und den damit verbundenen Räumungs- und Sanierungsmaßnahmen gesperrt werden und der Milford Sound ist nicht erreichbar.

The Chasm

Die kleinen, im dichten Grün des Regenwalds gelegenen Wasserfälle gelten als eine der Hauptattraktionen entlang der Milford Road. Vom Parkplatz aus gelangt ihr nach einem etwa 400m langen Spaziergang durch Farn und Dickicht zu den rasenden Wassern des Cleddau River, die sich kraftvoll und laut ihren Weg über Gestein hinweg und durch enge Felsspalten bahnen. Uns persönlich hat dieser Ort tatsächlich nicht so sehr überzeugen können, wie die vorher genannten. Wenn man, so wie wir, schon einige Wasserfälle erleben durfte, dann lösen die doch recht kleinen Fälle eben keine Begeisterungsstürme mehr aus. Zudem war es sowohl auf dem Parkplatz als auch vor Ort relativ voll, da offensichtlich sämtliche Tourunternehmer dort einen Zwischenstopp einlegen.

Bootstour durch den Milford Sound

Am Milford Sound angekommen, wartet auf euch die Möglichkeit, an einer der zahlreichen Schifffahrten teilzunehmen und dabei die sagenhafte Fjordlandschaft zu erleben. Unterwegs im Milford Sound

Die Qual der Wahl

Die Zahl der Anbieter vor Ort ist recht groß. Grundsätzlich lässt sich das Angebot aber in die am Tag meist zur Mittagszeit angebotenen Sightseeing-Fahrten und die sog. Overnight Cruises, bei denen ihr eine Übernachtungsfahrt bucht, unterteilen. Die unterschiedlichen Touren unterscheiden sich in Länge, Preis und Umfang teilweise deutlich voneinander. Überlegt euch also, wie lange ihr durch den Milford Sound schippern möchtet, ob ihr Verpflegung an Bord benötigt usw. Informiert euch auch vorab online auf den Websites der Anbieter über die jeweiligen Angebote. Ob eine Vorabbuchung notwendig ist, hängt ganz von der jeweiligen Reisezeit und den verschiedenen Veranstaltern ab. Wir haben vor Ort am Bootsterminal die Erfahrung gemacht, dass man auch problemlos spontan Tickets kaufen kann. Es fahren so viele verschiedene Boote, dass man mit etwas Wartezeit wohl meistens auch vor Ort einen Platz auf einem der Boote ergattern kann. Während der Ferien und den Hauptreisezeiten ist man aber mit einer Vorabreservierung sicherlich auf der sicheren Seite. Es wäre doch schade, wenn man den langen – wenngleich auch schönen – Weg auf sich genommen hat, und am Ende alle Touren ausverkauft sind. Direkt am Milford Sound ansässige Tourenanbieter sind beispielsweise Cruise Milford, Milford Sound Cruise & Kayak, Mittre Peak Cruises, JUCY Cruise und Real Journeys Milford Sound.

Unsere Bootstour durch den Milford Sound*

Da wir bei JUCY bereits unseren Mietwagen gemietet hatten und damit soweit zufrieden waren, haben wir auch unsere Bootstour im Milford Sound dort gebucht. Dadurch konnten wir auch von einem ordentlichen Rabatt profitieren. Trotzdem haben wir uns im Nachgang etwas geärgert, dass wir statt der günstigeren Classic Tour (derzeit unermäßigt 88 NZD pro Erwachsenem) den teureren Premium Cruise (aktuell unermäßigt 99 NZD pro Erwachsenem) gewählt haben. Das noblere Schiff war den Aufschlag nicht wert, wir standen ohnehin die ganze Zeit nur an Deck. Zudem war es auf dem Boot viel voller, als auf dem günstigeren, wie wir feststellen mussten. Dennoch war die 90 minütige Bootstour ein voller Erfolg. Während der Fahrt durften wir großartige Einblicke in die majestätische Fjordlandschaft des Milford Sound gewinnen. Wasserfälle entstanden durch den vorangegangenen Regen. Mit Regenwäldern überzogene Steilhänge. Delfine und Seelöwen. Sogar das Wetter klarte mit der Zeit auf und wir konnten einige sonnige Momente genießen. Wasserfall im Milford Sound

Piraten-Fazit

Für uns war der Ausflug zum Milford Sound einer der besten Tage während unserer Reise. Auch ihr solltet euch dieses wundervolle Fleckchen Erde nicht entgehen lassen. Kommt am besten mit dem Mietwagen hierher und genießt auf der Fahrt durch den Fjordland Nationalpark weitere fabelhafte Einblicke in Neuseelands einzigartige Landschaften.
*Werbehinweis
Der Hinweis auf unsere Bootstour erfolgt unentgeltlich. Wir möchten euch lediglich an unserer Wahl und den damit verbundenen Erfahrungen teilhaben lassen.

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