Irland 2013 – Wandern auf dem Slí Bhéara (Epilog)

Wandern auf dem Beara way; Irland


Epilog

„Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr und ich bleib jetzt hier sitzen und warte, bis mich jemand abholt!“, schnaubte Kathi zornig, während sie sich auf den moosbedeckten Felsen fallen ließ. Völlig außer Atem und entkräftet, mit beschlagener Brille und nass bis auf die Unterwäsche saß sie dort und gab ein wahrlich elendiges Bild ab. „Du kannst doch jetzt nicht hier sitzen bleiben“, sagte Tobi völlig ungläubig und musste sich ein lautes Lachen verkneifen, als er in Kathis enttäuschtes Gesicht blickte. „Wir sind heute noch keiner Menschenseele begegnet und bis dich jemand abholen kommt, könnte es ein paar Tage dauern“, gab Tobi mit einem hämischen Grinsen von sich. „Ich hasse dich“, murmelt Kathi, wohl wissend, dass das gar nicht stimmte.

Beim Anblick dieses völlig durchnässten Menschleins, welches dort schnaubend saß und sich angestrengt bemühte, eine möglichst beleidigte Miene aufzusetzen, packte Tobi das Mitleid. „Zusammen schaffen wir das, es ist nicht mehr so weit“, sprach er sanft und reichte Kathi die Hand, welche sie augenrollend annahm und sich hochziehen ließ. „Das nächste Mal buchen wir wieder einen Strandurlaub“ grummelte Kathi. „Wer braucht schon Sonne und Strand, wenn er Matsch und Schafsmist haben kann, die einem von oben in die durchnässten Wanderschuhe laufen?“, gab Tobi zum Besten und bei dem Gedanken, dass sie sich grade im strömenden Regen irgendwo in den nebeligen Hügeln Irlands befanden, wo die Sichtweite unter 10 Metern betrug und der Wind einem durch die Nasse Kleidung blies, statt mit einem schmackhaften Cocktail am Strand zu liegen, lachten beide plötzlich los. Denn sie wussten, dass es genau das war, was sie wollten und kein Schirmchencocktail der Welt diese anstrengende und beschwerliche, aber auch faszinierende, und spannende Reise, auf der man die Chance bekam, an seine körperliche Grenzen zu gehen und über sich selber hinauszuwachsen, hätte ersetzen können. Und so stapften sie weiter Hand in Hand den steilen Hang hinauf, während ihre Wanderschuhe bei jedem Schritt tiefer im Schlamm einsanken und dabei ein gluggerndes Geräusch von sich gaben. Und während die Regntropfen ihnen weiterhin die Stirn hinab liefen dauerte es nicht lange, bis die Silhouetten der beiden Wandersleute in der nächsten Nebelbank verschwanden.

Diese Reihe handelt von unserem Wanderurlaub in Irland.
Sie erzählt die Geschichte zweier mutiger Passport Pirates, die auszogen, um einen Topf voller Gold am Ende des Regenbogens zu finden und ohne Gold, aber dafür mit tollen Reiseerinnerungen im Gepäck, heimkehrten.
Seid mit dabei und erfahrt, wie wir unsere Reise geplant und organisiert haben und erlebt mit, wie wir dem rauen irischen Sommer die Stirn boten.
Lasst euch bezaubern von der Grünen Insel und einer spannenden Wanderung auf dem “Slí Bhéara”.

Viel Spaß beim Lesen unserer Reihe “Irland 2013 – Wandern auf dem Slí Bhéara” wünschen euch eure Passport Pirates

Kathi & Tobi

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