Westkanada: Route, Tipps und Kosten für 3 Wochen Mietwagenrundreise

Icefieldsparkway, Kanada
Schroffe Berggipfel, dichte Nadelwälder und Meeresbrandung. Adler, Bären und Wale. Abenteuer, Freiheit und unberührte Natur. Für all das und noch viel mehr steht der Westen Kanadas. Wir selbst durften dieses spektakuläre Fleckchen Erde im vergangenen Herbst erleben. Und möchten unsere Erfahrungen hier mit euch teilen. Damit euer ganz persönliches Abenteuer in Westkanada ein voller Erfolg wird.  

Beste Reisezeit für Westkanada

Wann der beste Zeitpunkt für Westkanada ist? Nun, grundsätzlich dann, wenn Zeit und Geld bei euch stimmen und ihr bestenfalls drei Wochen oder länger bleiben könnt. Denn mit einer Fläche von ca. 9.985.000 km² ist Kanada das zweitgrößte Land der Welt. Damit ihr von den Dimensionen eine bessere Vorstellung bekommt: Das ist etwa 28x so groß wie Deutschland. Selbst, wenn man sich also nur auf einen Teil dieses großartigen Landes beschränkt, gibt es unglaublich viel zu sehen und riesige Distanzen zu überwinden. Die beste Reisezeit hängt aber gewiss auch mit dem konkreten Reiseziel zusammen.  

Beste Reisezeit Berge

In den Rocky Mountains sind die Winter lang, kalt und hart. Aufgrund von starkem Schneefall und Lawinengefahr sind in der Regel nur von Ende Mai bis Anfang/Mitte Oktober alle Straßen und Zufahrtsmöglichkeiten zu den Parkattraktionen geöffnet. Seen sind außerhalb dieses Zeitraums ohnehin die meiste Zeit von Schnee und Eis bedeckt, Wanderwege nur schwer oder gar nicht passierbar. Gleiches gilt auch für das Angebot an Campingplätzen, welches während der Wintermonate stark eingeschränkt ist.

Snowboarder und Skifahrer können sich hingegen auf den Winter freuen. So bieten Pisten voller Pulverschnee rund um Banff und Whistler rasante Fahrten im Winter Wonderland.  

Beste Reisezeit Meer

Rund um Vancouver und Vancouver Island sind die Temperaturen insgesamt deutlich milder. Dafür wird es im Winter allerdings so richtig nass und ungemütlich. Auch hier sind daher die Monate Mai bis Oktober zum Sightseeing, Wandern und für Tierbeobachtungen empfehlenswert.  

Unsere Reisezeit: September

Wir selbst waren im September in Westkanada unterwegs und können diesen Monat uneingeschränkt als Reisezeitraum empfehlen. Das Wetter war insgesamt überall recht gut, die Waldbrandsaison war vorüber und die Berglandschaften der Rockies begeisterten uns mit ihren schönsten Herbstfarben. Egal ob Wandern oder Wildlifesichtung, der September hat uns so einiges geboten. Da die kanadischen Sommerferien bereits zu Ende waren, hielt sich in den Nationalparks zumindest der Ansturm einheimischer Touristen noch in Grenzen. Uns ist zu Ohren gekommen, dass es im Juli und August ziemlich voll wird.  

Muss ich meinen Trip vorab buchen?

Nun, man muss genau genommen natürlich gar nichts. Und die Tatsache, dass wir selbst unserer Reise mit nur sechs Wochen Vorlaufzeit planten, zeigt, dass man auch relativ spontan nach Westkanada reisen kann. Allerdings sind wir während der Pandemie unterwegs gewesen. Direkt nach Grenzöffnung gestartet. Und waren im September außerhalb der Sommerferien dort. Dass unsere Buchung repräsentativ ist, wagen wir daher zu bezweifeln. Vom Austausch mit Auswanderern und Kanadiern wissen wir, dass es in normalen Jahren im Juli und August gänzlich anders aussehen kann. Die besten Angebote an Wohn- und Mietwagen sind bereits ein ¾ Jahr im voraus ausgebucht.  

Wenn die Nationalparks hier  im Januar die Reservierungsphase der Campgrounds eröffnen, dann dürft ihr euch das ungefähr so vorstellen, als würde der Ticketkverkauf für ein Take That-Reunion-Konzert starten. Halb Kanada loggt sich ein und bringt die Server zum Glühen. Die beliebtesten Plätze sind binnen kürzester Zeit ausgebucht. Manche kann man nicht einmal reservieren, sondern einen begehrten Slot nur in einer Art Lotterie ergattern. Da hilft insgesamt nur: starkes WLAN, gute Nerven und eine große Portion Glück.  

Gewiss findet sich vor Ort irgendwo immer spontan ein Plätzchen. Ob man aber Zeit und Lust hat, am Nachmittag noch unzählige Campingplätze abzuklappern auf der Suche nach einem Schlafplatz, muss jeder für sich selbst beantworten. Wir hätten es definitiv nicht. Und nein: Wildcampen ist in vielen Städten sowie National und Provincial Parks selbstverständlich nicht gestattet.
Auch die beliebtesten Lodges und Cabins sind zu den Top-Zeiten schnell ausgebucht. Wer sich zu spät drum kümmert, wird auch hier Abstriche bei Preis, Lage oder Ausstattung machen müssen.  

Reiseroute für 3 Wochen Roadtrip in Westkanada

Eure Reise ist so einzigartig, wie ihr Weltenbummler selbst es seid. Deswegen solltet ihr Reiserouten von Blogs und Travelinfluencern nicht einfach übernehmen, wenn sie zu euch, euren Vorstellungen und Bedürfnissen nicht passen. Meist ist es aber doch ganz schön, eine Vorstellung von dem zu bekommen, was in der begrenzten Zeit vor Ort möglich ist. Deswegen möchte ich euch hier unsere Reiseroute vorstellen. Wenn sie euch gefällt: prima. Wenn ihr eure Tour lieber anders gestalten möchtet: auch gut. Eure Zeit, eure Reise, eure Route.  

Unsere Route

Wir haben im September 22 Nächte in Westkanada verbracht. Start und Ausgangspunkt für unsere Mietwagenrundreise war dabei Vancouver. Übersicht Übernachtungen
Damit ihr euch noch ein besseres Bild machen könnt, hier unsere grobe Route einmal auf der Karte.


Betrachten wir unsere 4500 km Fahrtstrecke, so möchten wir euch noch ein paar Tipps und Infos für eure Planungen mit auf den Weg geben.  

Nehmt euch nicht zu viel vor

Nun, das klingt natürlich erstmal komisch, wo wir doch selber so viele Kilometer zurück gelegt haben. Dies war jedoch vor allem der Tatsache geschuldet, dass wir die Strecke zwischen Vancouver und den Nationalparks in den Rocky Mountains nicht geflogen sind, sondern aus Kostengründen mit dem Mietwagen zurückgelegt haben. Das sind pro Tour immerhin über 800 km. Wenn ihr euch stattdessen für einen Inlandsflug entscheidet, spart ihr entsprechend Zeit, die ihr nicht mit Fahren verbringen müsst, benötigt dafür aber einen zweiten Mietwagen, Inlandsflüge, etc. Eine Alternative wären z.B. Gabelflüge ab Deutschland nach Vancouver und zurück von Calgary. Die sind aber meistens eh schon teurer und hinzu kommt dann häufig noch eine saftige Einwegmiete fürs Auto.  

Viel Geschreibe, kurzer Sinn. Die 4500 km mit den jeweiligen Zwischenstopps waren für uns optimal. So richtig in Eile, weil wir uns zeitlich verhauen haben (gefühlt könnte man an schönen Orten doch einfach ewig bleiben), waren wir eigentlich nie. Es hätte weder mehr noch weniger sein dürfen an Programm und damit verbundener Fahrtstrecke. In einer Facebookgruppe haben wir uns mit anderen Kanadareisenden ausgetauscht. Die zurückgelegten Kilometer in 3 Wochen lagen dort zwischen sehr entspannten 2000 km und 10.000 km. Ja, richtig gelesen. Ein Pärchen hat in der selben Zeit sogar noch den Yukon bereist. Wie sie das hinbekommen haben? Keine Ahnung. Für uns kaum vorstellbar und Reisen im Eilverfahren. Aber jeder so, wie er eben mag.  

Egal ob ihr slow travel oder fast travel bei eurer Reiseplanung bevorzugt. Behaltet immer im Hinterkopf, dass es auf kanadischen Straßen anders zugeht, als auf unseren deutschen Autobahnen. Schneller als 120 km/h konnten wir während unserer gesamten Reise nicht fahren. Oft lag die Tempobegrenzung deutlich darunter, bei eher 80 bis 100 km/h, auf kurvenreichen Landstraßen auch gerne mal nur 60 km/h.  

Wie soll ich meine Urlaubszeit aufteilen?

Da wir – wie wir während unserer Indian Summer Tour gelernt haben – unsere Zeit lieber in der Natur als in Städten verbringen, waren wir nur zwei Nächte in Vancouver und haben Orte wie Calgary ganz ausgespart. Wenn ihr nordamerikanische Städte mögt, euch für Architektur, Museen und dergleichen begeistert, dann solltet ihr selbstverständlich mehr Zeit im urbanen Umfeld einplanen.

Mit den National und Provincial Parks ist das ebenfalls so eine Sache. Es gibt Touristen, die im Schnelldurchlauf von Highlight zu Highlight hetzen (denkt an die 10.000 km). Und es gibt Menschen, die möchten jeden Ort und jedes Erlebnis in vollen Zügen auskosten. Zu welcher Kategorie Menschen ihr gehört, könnt nur ihr selbst beurteilen. Reicht es euch, nur kurz an den Highlights auszusteigen, ein Foto zu machen und weiter zu düsen? Oder wollt ihr Kanadas wilde Natur hautnah erleben? Erkunden und entdecken, wandern und ausgiebig photographieren?

Plant da, wo ihr Wanderungen oder Tierbeobachtungen erleben möchtet, unbedingt hinreichend Zeit ein. Vielleicht sogar einen Puffertag, wenn euch ein Erlebnis (z.B. tolle Wanderung oder Tiersichtung) besonders am Herzen liegt. Dann könnt ihr einen zweiten Versuch starten, falls euch das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, ihr einfach kein Glück hattet oder euer Zeitplan aus irgendwelchen Gründen aus den Fugen geraten ist.  

Wir selbst waren unglaublich dankbar, dass wir bei der Planung genug Spielraum ließen, um eine abgesagte Whale Watching Tour auf Vancouver Island nachholen zu können (im übrigen: die beste unseres Lebens!). Auch unsere Wanderung auf dem zauberhaften Larch Valley Trail konnten wir bei Kaiserwetter genießen, weil wir genug Tage in Banff einplanten um flexibel aufs Wetter reagieren zu können.

Einen simplen aber effektiven Tipp können wir euch aber geben: Auch Kanadier haben Wochenende. Und die verbringen sie gerne in den Nationalparks. Versucht also insbesondere im Yoho NP, Banff NP und Jasper NP die eh schon gut besuchten Highlights nicht an Samstagen und Sonntagen aufzusuchen. Medicine Lake, Kanada

Was kosten mich 3 Wochen Rundreise in Westkanada?

Nun, ihr habt es vielleicht geahnt: Kanada gehört leider zu den teureren Destinationen. Und der Westen nach unserer Erfahrung sogar mehr als der Osten. Wir haben für 2 Personen insgesamt für alles, wirklich alles, umgerechnet 7039,06€ für 22 Nächte Westkanada gezahlt. Unser Kosten möchten wir euch zur Orientierung hier einmal aufschlüsseln:  

Flüge

Die Flüge mit Lufthansa in der Economy Class nach Vancouver und zurück haben uns mit Gepäck und reservierten Sitzplätzen 1629,92€ gekostet. Da wir mit 6 Wochen Vorlaufzeit recht kurzfristig gebucht haben, sicherlich nicht das aller günstigste Angebot. Wenn ihr frühzeitig planen könnt, habt ihr einfach viel mehr Zeit um Preise zu checken und zu vergleichen. Zudem haben wir nicht die billigste Buchungsklasse gewählt, sondern in Hinblick auf die Pandemie die etwas teurere Option mit kostenloser Umbuchung.  

Unterkünfte

Unser 22 Nächte in 13 Unterkünften kosteten insgesamt 2868 €.Vom 08/15-Hotelzimmer in Vancouver über diverse Ferienwohnungen und B&Bs bis zur Öko Cabin mitten im Wald: unsere Unterkünfte in Westkanada waren vielfältig, jedoch nie unnötig luxuriös und kostspielig. Die Preise pro Übernachtung lagen zwischen 55 und 185 €.  

Mietwagen, Tanken und Parken

Unser Mittelklassewagen hat für 3 Wochen saftige 981,60 € verschlungen (wobei uns zu Ohren gekommen ist, dass es in den Sommerferien noch deutlich teurer werden kann). Fürs Tanken und Parken mussten wir lediglich 221,31 € berappen. Die günstigen Spritpreise und zumeist kostenlosen Parkmöglichkeiten in den Nationalparks schonten das Portemonnaie.  

Essen und Einkaufen

Für Lebensmittel und Getränke, Restaurants, Souvenirs & Postkarten, Bärenabwehrspray und andere Kleinigkeiten haben wir insgesamt 783,48 € gezahlt.  

Sonstiges

Vor Ort und im Zusammenhang mit unserer Reise sind uns noch folgende Kosten entstanden:
  • Parks Canada Discovery Pass (inkl. Versand nach Deutschland): 100,92 €
  • Fähre Vancouver Island mit PKW hin & zurück: 144,84 €
  • Shuttlebus zum Moraine Lake: 12,96 €
  • Kayaken, Radtour, Whale Watching: 296,03 €
 

Piraten-Fazit:

Westkanada ist zwar ein teures, aber auch ein sehr lohnenswertes Reiseziel. Frühzeitig euren Trip zu planen ist gleich aus diversen Gründen ratsam. Besonders während der Hauptsaison im Juli und August solltet ihr Buchungen rechtzeitig vornehmen. Damit ihr bekommt, was ihr möchtet, zu Preisen, die ihr euch leisten könnt. Wer zeitlich nicht gebunden ist und etwas Schnee und die damit einhergehenden Probleme nicht scheut, der besucht die Canadian Rockies Ende Mai/Anfang Juni oder im September/Anfang Oktober und umgeht so den größten Touristenandrang.  

Wir hoffen, wir konnten euch ein paar hilfreiche Tipps und Inspirationen liefern.  Wir wünschen euch ganz viel Spaß bei der Reiseplanung und eine großartige Zeit in Kanadas wildem Westen.

6 Kommentare bei „Westkanada: Route, Tipps und Kosten für 3 Wochen Mietwagenrundreise“

  1. Ich hatte das in 2018 schon einmal ausgerechnet und kam dabei für 27 Tage ohne Flüge und Mietwagen (aber inkl. des verbrauchten Benzins und weiterer Nebenkosten des Autofahrens) zusammen auf einen Betrag von CAD 8230 oder besser 5432 € oder 101 € pro Person und Tag. Da denke ich, Eure Zahlen und unsere sind sich recht ähnlich und damit wohl auch zuverlässig.
    Danke für die Zusammenstellung, ich finde so etwas in der Vorbereitung echt sehr nützlich!

    1. Passport Pirates sagt: Antworten

      Deinen Blogpost zum Thema habe ich, Kathi, eben schon gespannt gelesen. Danke dafür 🙂
      Ich bin überrascht, dass es insgesamt also gar nicht so viel teurer geworden ist. Man hat ja immer so den Eindruck, dass die Preise von Jahr zu Jahr rasant steigen, aber zumindest rückblickend scheint das ja nicht so enorm der Fall zu sein. Für 2022 häufen sich allerdings die Berichte über höhere Kosten bei z.B. Mietwagen (Pandemie-Nachholeffekt). Mal sehen, was am Ende der Urlaubssaison 2022 die Leute so berichten werden 🙂

  2. Wenn man 12-15 Monate im voraus bucht, ist man in der höchsten Rabattphase der Frühbucherrabatte. Ich buche auch immer für September – also die Nebensaison – und habe für 17 Tage nie mehr als 3.581 € für 2 Personen (also 1.790,50 € pro Person) exklusive aller Kosten vor Ort bezahlt. In den 1.790,50 (2021, 2018 waren es exakt 10 € weniger) für jeweils Hin-und Rückflug, 5 Hotel Übernachtungen sowie 12 Nächte/13 Tage im Wohnmobil Midi MHB von CanaDream (etwa 7,50 m lang).

    2018 und 2021 hatte ich exakt die gleichen Hotels mit jeweils der selben Anzahl an ÜN und die gleiche Anzahl an Nächten im Midi MHB von CanaDream gebucht. In den Jahren zuvor lagen die Gesamtkosten pro Person (wieder ohne Kosten vor Ort) zwischen 1.500 und 1.650 €.

    Für September habe ich jeweils im Juni des Vorjahres gebucht, sobald die Preise für das nächste Reisejahr bekannt waren. Lediglich die entgültigen Flugpreise sind erst 12 Monate vor Abflug bekannt und werden (unverbindlich) mit den Preisen des Vorjahres kalkuliert und könnten schlimmstenfalls am Ende ein wenig teurer werden. Hotelpreise, Mietwagen oder Wohnmobil sind dann aber bereits verbindlich.

    Ich buche alles zusammen als individuell nach meinen Wünschen zusammengestellte Pauschalreise, beim spezialisierten Reisebüro (z.B. CANUSA, SK-Touristik, Canada Reisedienst oder Trans-Canada-Touristik).
    Wohnmobil oder Mietwagen sollte man aufgrund schlechterer kanadischer Standardversicherung nicht beim Vermieter direkt buchen. Da ist man im Fall der Fälle bei einer Buchung über ein deutsches Reisebüro wesentlich besser versichert.
    2022 sind die Preise für Mietwagen oder Wohnmobil allerdings teurer. Angebote und Nachfrage….viele Kunden mussten ihre für 2021 oder bereits 2020 geplante Reise wegen der Pandemie auf 2022 verschieben, gleichzeitig haben die Vermieter aus gleichem Grund aber ihre Mietflotte drastisch verkleinert. Bereits von 2018 auf 2019 würden die Preise bei CanaDream um 19% angehoben. Es wird also tendenziell in Zukunft eher etwas teurer.

    Was Campingplätze betrifft: Einige Campgrounds schließen nach dem 30.09. und gehen in die Winterpause. Aber dennoch ist die Verfügbarkeit nicht erheblich eingeschränkt. In nahezu jedem (größeren) Ort findet man auch Campingplätze, die noch nach dem 01.10. geöffnet haben, auch wenn die Auswahl vielleicht etwas eingeschränkt ist, weil von 3-4 Campgrounds am Ort dann nur noch einer geöffnet hat (so hatte ich das lediglich in Clearwater und in Revelstoke).

    Die RESERVIERBAREN Plätze in den Rocky Mountains (im Jasper und Banff Nationalpark) sind in der Tat nach Öffnung des Reservierungsfensters im Januar üblicherweise innerhalb von 1-2 Tagen für das komplette Jahr komplett ausgebucht. Es gibt dort noch (nicht reservierbare) “first come first serve” (wer zuerst kommt, malt zuerst) Plätze und die “Overflow” (Überlauf) Plätze, wenn es wirklich überlaufen ist. Aber darauf ohne Reservierung zu spekulieren, birgt natürlich ein gewisses Risiko, dass man leer ausgeht und aus dem Nationalpark raus muss, um einen freien Platz zu finden.
    Ja, es ist mittlerweile wirklich sehr überlaufen und die (Traum) “Romantik der Spontanität” gibt es so nicht mehr. Es hat sich mittlerweile rum gesprochen, dass es in den Rockies traumhaft schön ist, daher haben sich die jährlichen Touristenzahlen an den Hotspots Banff und Jasper zwischen 2014 und 2019 von 3 auf 6 Millionen im Jahr verdoppelt. Die Infrastruktur kann natürlich in einem Nationalpark nicht mitwachsen. Diesen touristischen “Overflow” merkt man mittlerweile sogar in der Nebensaison deutlich (daher fahre ich nach dreimal Rockies dort leider nicht mehr hin und suche Plätze außerhalb der Hotspots).

    1. Passport Pirates sagt: Antworten

      Mensch Michael, da lese ich ganz viel Kanada-Erfahrung aus deinen Schilderungen. Klasse. Danke für die vielen vielen Hintergrundinfos, die man nur liefern kann, wenn man wie du regelmäßig ein Reiseziel aufsucht.
      Wir persönlich sind aus verschiedenen Gründen immer große Freunde davon, alles selber und einzeln zu buchen. Aber es hat gewiss auch große Vorteile, es wie du über Reiseagenturen zu machen. Jeder so, wie er mag und zufrieden ist 🙂

      Wir sind jedenfalls sehr froh, letztes Jahr die kanadischen Rockies erkundet zu haben. Das war für unseren Geschmack trotz Pandemie schon voll genug und wie du selber sagst dürfte es die nächste Zeit noch voller werden. Da wird man fast ein wenig neidisch, dass du das alles noch zu ruhigeren Zeiten erleben konntest, sodass du nun dem ganzen Trubel entfliehen und andere tolle Ecken in Kanada entspannt entdecken kannst.

      Weiterhin ganz viel Freude dabei.

    2. Wir haben für einen SUV im Juli 2022 80€/Tag bezahlt. Aktuell wäre der Preis schon 20% höher.
      Um die Ausgaben zu reduzieren werden wir zelten..die Campingplätze sind ja meistens Recht günstig.
      Bin gespannt! Dein Bericht ist auf jeden Fall super. Am schwierigsten ist es eine gute Route zu erstellen. Würdest du sagen, Vancouver Island lohnt sich für 2-3 Tage?

      1. Passport Pirates sagt: Antworten

        Lieber Tillmann, irgendwie ist dein Kommentar in den Spamordner gerutscht. Entschuldigung also für die späte Antwort.

        Vancouver Island lohnt gewiss auch für 2-3 Tage.
        Man muss ja nicht bis hoch in den hohen Norden fahren – das ist schon ein ganz schöner Ritt.
        Viele Leute lieben Victoria und würden dir jetzt sagen, dass sich das für 2-3 Tage anbietet..Für uns war das jetzt eher nicht so das Highlight. Da würden wir für 2-3 Tage lieber wieder Richtung Jordan River und es uns dort schön machen in nem Häuschen am Meer oder im Wald.

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