Über den Wolken – Ein Ort zum Glücklichsein

Die liebe Hannah hat auf ihrem Blog Spirit of Traveling zu einer kleinen Blogparade zum Thema “Happy Places” aufgerufen. Es geht dabei um Orte, die uns glücklich machen. Die uns wirklich berühren und fröhlich stimmen.
Und weil wir die Idee so schön fanden, möchten wir an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Hannah bei ihrer Blogparade mit einem kleinen Beitrag zu unterstützen.
In diesem Blogpost möchten wir euch in luftige Höhen entführen und euch einen kleinen Einblick in einen unserer ganz persönlichen Happy Places gewähren.


Obwohl wir viel und häufig fliegen, ist jeder Flug für uns etwas Besonderes.
Wenn wir in ein Flugzeug steigen, überkommt uns daher immer wieder diese spezielle Stimmung. Nach wochenlanger zeitintensiver Vorbereitung und Planung unserer Reise, chaotischem Kofferpacken und anstrengendem Warten an Check-In-Schalter, Sicherheitskontrollen und Gate fängt mit dem Boarding für uns ein neues Abenteuer an. Mit jedem Schritt die Gangway hinab, kommen wir einem neuen Reiseziel näher und mit dem Betreten des Flugzeuges und dem freundlichen Gruß des Bordpersonals überkommt uns diese unbändige Vorfreude. Dann sind wir wieder die Kinder von damals, deren kleine Herzen vor lauter gespannter Erwartung eines lang ersehnten Ereignisses fast vor Freude überzuschäumen drohen. Ein wenig so wie Weihnachten und Geburtstag zusammen also. Besonders für Tobi, der Flugzeuge einfach liebt und sich jedes mal aufs Neue in den unzähligen technischen Details voller Begeisterung verlieren kann.
Zugegeben, die Vorfreude hält bei mir, Kathi, erstmal nur bis zum Start an. Dann rutscht mir für ein paar kurze Minuten, die sich aber insbesondere bei schlechter Wetterlage wie Stunden anfühlen können, das Herzchen erstmal in die Hose. Ein ebenfalls bekanntes Gefühl aus Kindertagen, als der heiß ersehnte Nikolaus nämlich mit Rute und Knecht Rupprecht um die Kurve kam und das fröhliche Kinderlachen jäh verstummte. Aber mit jedem Meter, den die Maschine in den Himmel steigt, fallen Flugangst und der Stress der letzten Wochen schlagartig von einem ab.


Fliegen ist ein wenig wie Beamen. Binnen weniger Stunden hat man die Möglichkeit, einfach ganz woanders zu sein. Man steigt in die Maschine, schließt kurz die Augen und ein ausgedehntes Nickerchen später landet man plötzlich am anderen Ende der Welt. An den schönsten Orten, in den größten Städten, mitten im spannendsten Abenteuer. So fühlt sich echte Freiheit an.
Und während man Tomatensaft aus kleinen Plastikbechern schlürft, kommt es einem irgendwie surreal vor, dass man sich tatsächlich in dem winzigen Flugzeug befinden soll, dessen Flugroute auf dem Bildschirm vor einem wiedergegeben wird.
Die Landschaften unter einem ändern sich rasant. Wattig weiße Wolkentürme ziehen an einem vorüber, während einem das warme Licht der Sonne entgegen lacht. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man so einen schönen blauen Himmel.
Reinhard Mey hatte definitiv Recht: hier oben, über den Wolken, sind die Sorgen des Alltags und die Aufregung der letzten Stunden plötzlich vergessen. Schaut man aus dem Fenster, sieht die Welt so furchtbar friedlich aus, wie sie hin und wieder in einer Lücke zwischen den Wolkenfetzen farbenfroh hervor blitzt. Ganz still liegt sie vor einem, viele viele Kilometer in der Tiefe. Nichts erinnert mehr an all die Ängste und den Kummer, den Dreck, den Lärm und die Kriege, mit denen man dort unten Tag für Tag immer wieder konfrontiert wird. Von hier oben ist unsere Welt einfach nur wunderschön.


Es ist dieses ganz spezielle Gefühl aus grenzenloser Freiheit, Entspannung, Vorfreude und tiefer Zufriedenheit, dass uns nirgendwo sonst überkommt. Hoch oben in luftiger Höhe ist für einen kurzen Moment kein Platz für Stress und Alltagssorgen und all den Kummer dieser Welt. Denn hier oben, über den Wolken, haben wir ihn gefunden: einen Ort zum Glücklichsein. 

2 Kommentare bei „Über den Wolken – Ein Ort zum Glücklichsein“

  1. Ich kann das alles super nachvollziehen. Ende Oktober gehts für mich nach Warschau. Insgesamt werde ich dann innerhalb eines Jahres zwölf mal geflogen sein. Ich brauche immer zwingend einen Platz am Fenster. Schließlich will ich ja sehen, was gerade unter mir ist. Viele Städte und Landschaften erkenne ich schon an der Form. Im Frühjahr war ich in Leipzig. Das Flugwetter war schön und klar. Ich konnte die Flugroute wie auf einer Landkarte betrachten, konnte für mich bekannte Orte, Schlösser, Seen und Berge von oben betrachten. Und dann noch mit einer Propellermaschine. Da bin ich ja ganz der junge Bernd mit geradezu postpubertärer Erlebensfreude…nachher habe ich dann immer Nackenprobleme, weil ich ja die ganze aus dem Fenster blicken muss…
    Ach so, Tobi….mit dem bin ich mal nach Andalusien geflogen. Der Landeanflug auf Almeria war wirklich grottig. Es ging durch Gewitterwolken zwanzig Minuten lang hoch und runter. Das war 2007. Muss wohl einer seiner ersten Flüge gewesen sein.
    Aber ich gebe auch zu….mich nervt das Drumherum bei den Flügen. Das Einchecken und Warten verbraucht doch recht viel Zeit.
    So…und jetzt kommt es….es mag an meinem hohen Alter liegen….ja, gerne bin ich unterwegs….aber ich pflege eine herzliche Liebe zum Allgäu…genau dort ist mein Platz für Zufriedenheit und Entspannung. Klingt ganz altmodisch….aber genau dort bin ich ich! Bernd L.

  2. Viel Spaß in Warschau. Dort hat es uns letztes Jahr auch sehr gut gefallen 🙂

    Ich sitz auch immer am Fenster und der arme Tobi in der Mitte. Aber da ich im Flieger immer einschlafe, brauch ich irgendwas, wo ich mich anlehnen kann. Ich bin nämlich viel zu kurz für die Kopfstütze 😉

    Ich würde sagen, dann hast du im Allgäu quasi deinen "Happy Place" gefunden. Das ist doch klasse. Und landschaftlich ist es ja nunmal auch echt schön dort, da kann man nichts gegen sagen 🙂

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