10 Dinge, die ihr in Island unbedingt erlebt haben müsst -Teil I

Island ist ein unglaubliches Land und es gibt einfach unbeschreiblich viele fantastische Dinge zu erleben und entdecken. Zahlreiche Wasserfälle, Geysire, Vulkane, Gletscher und unberührte Landschaften warten auf abenteuerlustige Touristen, die in Island ihrem Entdeckergeist freien Lauf lassen können.
In drei Teilen möchten wir euch unsere ganz persönlichen 10 Highlights unserer Islandrundreise 2015 vorstellen und euch somit dieses wundervolle Land ein Stückchen näher bringen.

Das Hochland

Das Hochland umfasst einen Großteil des Landesinneren Islands und ist geprägt von rauen Felsenwüsten, Vulkanen, Eisschilden, tiefen Felsspalten und heißen Thermalquellen. Es ist eine einsame, unwirtliche Gegend, die an einigen Stellen eher an die Mondoberfläche als an einen Ort auf unserem Planeten erinnert. In diese verlassene Gegend führen meist nur wenige Straßen, die zum Großteil ausschließlich mit Geländefahrzeugen mit Allradantrieb (4 x 4) befahren werden dürfen (erkennbar an der Kennzeichnung “F” im Kartenmaterial) und nur während der Sommermonate geöffnet sind.
Die Fahrten durch das Hochland dauern Stunden, denn die Hochlandpisten sind allesamt “gravel roads”, unbefestigte Straßen, auf denen lose Steine, Geröll, Sand und tiefe Schlaglöcher das Befahren zu einem wirklichen Abenteuer werden lassen und man Geschwindigkeiten jenseits von 80km/h tunlichst vermeiden sollte.

An diesem verlassenen Ort begegnet man nur sehr selten anderen Reisenden. Höchstens ein paar einsame Schafe kreuzen ab und an den Weg, die sich scheinbar mit den harten Bedingungen in diesem so lebensfeindlich anmutenden Gebiet bestens arrangiert haben. Wir haben noch keinen anderen Ort auf dieser Welt bereist, an dem es so leise ist. Keine Gespräche, keine Verkehrsgeräusche, keine Vogelgesänge. Nur das Flüstern des Windes, der über die weiten Ebenen und hohen Berggipfel fegt und Reisende auf ihren langen Fahrten begleitet.
Und es ist genau diese Mischung aus spektakulärer Landschaft und völliger Abgeschiedenheit, die den Reiz des Hochlandes ausmacht. Denn während man über die buckligen Pisten braust, ständig mit dem winzigen Fünkchen Angst im Nacken, in dieser Ödnis mit dem Wagen liegen zu bleiben, und den Blick über die schier unendlichen Weiten des Hochlandes streifen lässt, fühlt man sich, als wäre man der Held in einem dieser Abenteuerfilme, die man zu Kindertagen so sehr geliebt hat. Man fühlt sich gut und frei und unbesiegbar. Zumindest bis zu dem Moment, an dem einem der Vorderreifen platzt, weil das durchfahrene Schlagloch selbst für den Geländewagen eine Spur zu tief gewesen ist. Dann dürfte man sich eher einsam und verloren fühlen, aber glücklicherweise ist uns ein derartiger Zwischenfall erspart geblieben.

Landmannalaugar

Landmannalaugar ist eines der schönsten Gebiete im rauen Hochland. Es liegt im Südwesten des Landes, unweit des Vulkans Hekla, ca. 180 km von Reykjavík entfernt.
Das Naturschutzgebiet gilt mit seinen farbenprächtigen Bergen, die aufgrund verschiedener vulkanischer Aktivitäten und den damit einhergehenden Gesteinsarten von grau-blau und weiß über grün-schwarz bis hin zu rot-braun gefärbt sein können.
Hier entspringt auch der bekannte Wanderweg Laugavegur, der mit einer Gesamtlänge von über 50 km durch imposante Berglandschaften von Landmannalaugar über Pórsmörk bis nach Skógar führt.

Furten

Wer durch das Hochland fährt, der wird schnell feststellen, dass nicht nur befestigte Straßen Mangelwahre sind, sondern auf diesen insbesondere auch an Brücken gespart worden ist. Wer die Flüsse queren möchte, für den heißt es also: Augen zu und durch. Doch was bei den Isländern mit ihren “Mega Jeeps” so einfach aussieht, kann beim deutschen Durchschnittstouristen die ersten Male für ordentliche Schweißperlen auf der Stirn sorgen. Schließlich würde niemand daheim auf die Idee kommen, seinen heiß geliebten Wagen einfach so in einen Fluss zu fahren, viel zu sehr hängen die Deutschen an ihren fahrbaren Untersätzen und zu Groß ist die Angst, teure Schäden zu verursachen.
Nun, der gute alte deutsche Spießer-Instinkt meldet sich an dieser Stelle nicht zu Unrecht. Das Durchfahren von Flüssen kann tatsächlich für Wagen und Insassen gefährlich werden, denn selbst kleine Rinnsale können nach einen ordentlichen Regenguss zu reißenden Strömen anschwellen, deren Tiefe und Fließgeschwindigkeit von unkundigen Touristen schon öfters unterschätzt worden ist. Man wäre also nicht der erste Urlauber, der den Mietwagen beim Versuch des Furtens im Fluss versenkt und somit für einen Totalschaden am Fahrzeug sorgt (den man im Übrigen selber Zahlen darf, da nahezu alle Autoversicherungen für Schäden, die bei Flussdurchquerungen entstanden sind, nicht haften).

Trotz der Gefahrenquellen hat sich das Furten für uns als ein ausgesprochen spannendes Urlaubserlebnis dargestellt, welches wir im Nachgang nicht missen möchten. Mit dem Wagen durch einen Fluss zu fahren schreit einfach nach Abenteuer und macht mit etwas Übung und weniger ungutem Gefühl im Bauch tatsächlich sogar viel Freude.
Viele Reiseführer schlagen vor, dass man Furten am besten nur zu mehreren Fahrzeugen durchquert. Eigentlich ein wirklich gut gemeinter Rat, denn sollte man mit dem Wagen im sandigen Flussbett stecken bleiben, können andere Fahrzeuge einen ggf. wieder herausziehen oder zur Not wenigstens Hilfe holen fahren. Im Hochland scheitert dieser löbliche Vorschlag jedoch oftmals schon alleine daran, dass die Gegenden wirklich einsam sein können und es Stunden dauern kann, bis man auf andere Reisende trifft, die die selbe Furt durchqueren möchten.
Aufgrund unserer gemachter Erfahrungen geben wir euch folgende Tipps mit auf dem Weg, die euch bei euren ersten Furt-Versuchen behilflich sein können:

Auch, wenn die mutigen Isländer selbst mit ihren Kleinwagen Flüsse passieren: für euch als Furt-Neulinge ist das absolut tabu! Mal angesehen davon, dass Furten eigentlich nur auf für 4 x 4 – Fahrzeuge zugelassene Pisten vorkommen und somit für normalen Fahrzeuge eigentlich gar nicht zugänglich sind, solltet ihr euch tunlichst davor hüten, so was nachzumachen. Für euch gilt an dieser Stelle: kein Allrad, keine Flussdurchquerung.

Informiert euch bei eurem Autovermieter/Autohersteller darüber, wie viel Wasser eurer Geländewagen verträgt. Denn je nach Modell und Ausführung kann es hier deutliche Unterschiede geben.

Plant eure Reise-Route ordentlich und informiert euch vorher darüber, ob und in welchen Umfang Furten auf eurem Weg liegen. Unter www.road.is und der zugehörigen Rufnummer “1777” solltet ihr euch am jeweiligen Tag zudem aktuelle Informationen zum Wetter und der Passierbarkeit der Hochlandrouten einholen. Dies ist wirklich wichtig, denn die Fahrzeiten im Hochland sind ausgesprochen lang. Solltet ihr nach mehreren Stunden Fahrt plötzlich vor einem Fluss stehen, der sich aufgrund von Regen oder Schneeschmelze quasi über Nacht von einem kleinen Rinnsal zu einem tiefen und unüberbrückbaren Hindernis entwickelt hat, habt ihr ein Problem. Dann heißt es nämlich wieder Umkehren und den ganzen langen Weg ggf. wieder zurück fahren. Also investiert die paar Minuten und plant und organisiert eure Hochlandfahrten so gut es geht.

Stille Wasser sind tief, an dieser alten Weisheit ist tatsächlich etwas dran. Denn nur, wo das Wasser entsprechend tief ist, ragen Kies, Sand und Steine nicht bis an die Oberfläche und das Wasser bricht sich somit nicht an ihnen. Guckt euch also zunächst einmal den Fluss genau an, den ihr passieren wollt. Breite Gewässer sind oft flacher, als schmale. Sucht euch also den besten Weg durch den Bach, bevor ihr los legt. Dabei solltet ihr beachten, dass an den Ein- und Ausfahrten und im Fluss selbst bereits richtige Fahrtrinnen entstanden sein können, an denen der Boden weich und der Wasserstand tiefer sein kann. Versucht zudem, scharfkantige Steine zu umfahren und wählt keine
Bevor es los geht, solltet ihr die Seitenfenster des Fahrzeuges vollständig öffnen und so Fluchtwege für den Ernstfall schaffen.

Furten kann einen beim ersten Mal in ein wahres Wechselbad der Gefühle versetzten und während den einen der Angstschweiß auf der Stirn steht, fühlt sich der andere im Adrenalinrausch bereits wie ein waschechter Abenteuer. Sich zu sehr von seinen Emotionen leiten zu lassen, sollte man jedoch vermeiden. Denn zu viel Zurückhaltung kann an dieser Stelle genau so fatale Folgen haben wie allzu großer Übermut. Fahrt langsam, aber mit gleichbleibendem Tempo durch den Fluss (ggf. mit der „low-drive“ Funktion). Nicht rasant beschleunigen und auf keinen Fall stehen bleiben. Gemächlich, aber stetig sollte es voran gehen. Eine Bugwelle sollte nicht zu sehen und niemals sollte das Wasser über die Motorhaube eures Fahrzeuges schwappen. Schätzt eure Fahrfähigkeiten realistisch ein. Und wenn euch das Ganze absolut nicht geheuer erscheint, dann lasst es lieber bleiben.

Haltet euch einfach grob an folgenden Leitspruch: Ein Gewässer, dass ihr nicht zu Fuß durchqueren würdet, solltet ihr auch nicht durchfahren!

Notfall-Tipp: Solltet ihr doch einmal im Flussbett stecken bleiben oder gar von der Strömung erfasst und davon gespült werden gilt es, sofort den Wagen zu verlassen. Verschwendet keine weiteren Gedanken an das Auto, Gepäck und Wertgegenstände, sondern seht zu, dass ihr schleunigst aus dem Wagen raus kommt. Denn wird das Fahrzeug vom tosenden Wasser mitgerissen, wird es richtig gefährlich. Und niemand von euch möchte in einem Fahrzeug sitzen, das manövrierunfähig flussabwärts treibt, immer auf Kollisionskurs mit Felsen und Steinen und der Gefahr, dass der Wagen vollläuft und sinkt oder schnurstracks auf den nächsten Wasserfall zusteuert.

Solange ihr mit Bedacht und Vorsicht unterwegs seid, sollte das Furten nahezu risikofrei funktionieren. Probiert es einfach selber aus – wir wünschen euch ganz viel Freude bei diesem einzigartige und unvergesslichem Erlebnis.

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