Olá Lissabon – Auf Entdeckungsreise in Portugals Hauptstadt

Strahlender Sonnenschein und imposante Bauwerke sind das erste, was wir sehen, als wir einen Fuß aus der Metrostation Martim Moniz setzen und unsere ersten Schritte in Portugals Hauptstadt tun. Es riecht latent nach Cannabis und unter die temperamentvollen Stimmen der Portugiesen mischt sich immer wieder das knattern und schrille Bimmeln der Straßenbahnen, die sich langsam ihren Weg durch die enge Gassen und vollen Straßen bahnen. In den Bistros am Straßenrand sitzen alte Männer in kleinen Grüppchen zusammen, trinken Cafe und führen laut Gespräche. Wir überqueren die Straße um zu unserem kleinen Hotel in einem Hinterhof zu gelangen, wollen nur kurz die Koffer abstellen und uns dann einen ersten Überblick verschaffen, bevor das letzte Licht der Sonne hinter den orangefarbenen Dächern der Stadt verschwindet und der Abend über Lissabon hereinbricht. Denn es gibt einiges zu entdecken und bereits in wenigen Tagen werden wir weiter ziehen. Die Atlantikküste hinauf bis nach Porto, so lautet unser Plan. Und so begeben wir uns gut gelaunt und voller Vorfreude in der Hitze des späten Nachmittags auf unseren ersten Streifzug durch die kopfsteingepflasterten Straßen der Stadt. Hallo Urlaub, hallo Portugal, olá Lissabon…

Preisniveau

Lissabon ist unserer Erfahrung nach für jede Form von Budget geschaffen. Vom teuren Hotel bis zum Hostel findet ihr hier alles, was das Touristenherz begehrt. Auch kulinarisch ist für jeden Geschmack Geldbeutel etwas vorhanden, vom hippen Foodtruck am Straßenrand bis hin zur gehobenen Küche im Sternerestaurant. Aufpassen solltet ihr lediglich rund um die “Avenida de Liberdade”, der Hauptflaniermeile der Stadt. Hier haben sich unzählige Restaurants und Bistros niedergelassen, deren optische Aufmachung nicht immer auch für qualitativ hochwertige Kost steht. Das Buhlen um Kundschaft ist hier sehr gut zu spüren und wie oft im Süden wird man gerne angesprochen und ein wenig “bedrängt”. Nehmt euch also Zeit bei der Auswahl der Lokalitäten, verlasst euch auf euer Bauchgefühl und lasst euch vom netten Personal nichts aufschwatzen.

Verkehrsanbindung

Lissabon erreicht ihr von mehreren deutschen Flughäfen aus bequem mit dem Flieger. Einmal gelandet, könnt ihr mit der Metro vom Flughafen bis in den Stadtkern fahren. Das geht natürlich auch mit dem Mietwagen, ist allerdings etwas stressiger, da ihr in den vollen Straßen und engen Gassen der Millionenmetropole aufgrund der südländisch temperamentvollen Fahrweise der Hauptstädter sicherlich komplett die Nerven verlieren werdet. Wer es gerne nostalgisch mag, für den ist eine Fahrt mit den rustikalen Straßenbahnen ein absolutes MUSS, um von A nach B zu kommen. Die kleinen gelben Wagen der “Carros eléctricos” zwängen sich durch die teils steilen und engen Gassen Lissabons und bringen so Einheimische und Touristen gleichermaßen ans Ziel.

Sehenswertes

Lissabon hat unglaublich viele schöne Ecken und bietet seinen Besuchern ein buntes und vielfältiges Unterhaltungsprogramm. Wir könnten ewig über all die schönen Dinge berichten, die es hier zu sehen und entdecken gibt, beschränken uns aber stattdessen auf unsere liebsten Highlights. Linie 28 Besonders beliebt und empfehlenswert für den Einstieg ist eine Fahrt mit der Linie 28 (auch 28E genannt). Sie verbindet den Martim Moniz-Platz und den Stadtteil Prazeres und führt in einer mehr als 40-minütigen, spektakulären Fahrt bergauf und bergab durch verwinkelte Gassen und alte Straßen, vorbei an schönen Plätzen und Sehenswürdigkeiten wie dem Castelo de São Jorge. Da die Linie 28 bei Touristen ausgesprochen beliebt ist, solltet ihr ein paar Dinge beachten, wenn ihr einen “Ritt” wagen wollt: Verlegt eure Fahrt nach Möglichkeit auf den frühen Morgen oder späten Nachmittag. Steigt an den Endhaltestellen ein. Die Bahn war oft so voll, dass zwischendurch niemand mehr zusteigen konnte. Winkt dem Fahrer zu, wenn ihr mitgenommen werden möchtet, denn die Bahnen halten oftmals nur auf Zuruf an den Haltestellen. Achtet auf Taschendiebe, die sich gerne in den engen und vollen Wagen an euren Habseeligkeiten zu schaffen machen. Castelo de São Jorge Die Festungsanlage thront auf einem Hügel hoch oben über den Dächern  Lissabons uns ist für Einheimische und Touristen gleichermaßen ein beliebtes Ausflugsziel. Seinen Ursprung fand das imposante Bauwerk bereits vor dem 11. Jahrhundert zur Zeit der Mauren. Beim großen Erdbeben 1755 wurde es jedoch nahezu vollständig zerstört und erst zu Beginn der 1920er Jahre in mühevoller Detailarbeit wiederaufgebaut. Von hier bietet sich nicht nur ein schöner Weitblick über die Stadt bis hin zur Ponte 25 de Abril, sondern man bekommt bei einem Spaziergang durch die weitläufige Anlage auch die Möglichkeit, einen Blick auf Ausgrabungsstätten zu werfen und ein paar Informationen zu Geschichte der Anlage zu sammeln. Rossio // Praça de D. Pedro IV Der Rossio ist einer der drei wichtigsten innerstädtischen Plätze Lissabons. Aufgrund seiner zentralen Lage und der direkten Nähe zum Bahnhof Rossio ist der schöne und weitläufige Platz Tag und Nacht Treffpunkt für Lissabons Bewohner und Besucher, die sich ihren Weg durch die portugiesische Hauptstadt bahnen oder in einem der zahlreichen kleinen Cafes und Bistros am Rande des Rossio verweilen. Elevador de Santa Justa Mitten im Herzen Lissabons befindet sich der wundervolle, nostalgische Aufzug, der die Baixa (Unterstadt) mit den Stadtteilen Chiado und  Bairro Alto (Oberstadt) verbindet. Wer die Fahrt mit dem fast 50m hohen Aufzug aus dem Jahre 1902 wagt, der wird bei seiner Ankunft in der oberen Station mit einem wunderbaren Ausblick über die Straßen der Baixa belohnt. Allerdings sollte man etwas Geduld mitbringen, denn der Aufzug erfreut sich insbesondere bei Touristen einer großen Beliebtheit, sodass man durchaus damit rechnen muss, für eine Fahrt eine Zeit lang anstehen zu müssen. Elevador de Santa Justa, Lissabon Praça do Comércio Der Praça do Comércio liegt nahe am Ufer des Tejos und besticht neben schöner Architektur vor allem durch seine Weitläufigkeit, aufgrund welcher hier viele öffentliche Veranstaltung wie Konzerte oder Public Viewing abgehalten werden. Nur einen Katzensprung trennt den Platz von einem kleinen Sandstrand samt Sonnenterasse am Flussufer, welchen Einheimische gerne zum verweilen und entspannen nutzen, während Touristen aus aller Welt die örtliche Gegebenheit für das eine oder andere Erinnerungsfoto verwenden. Torre de Belém Etwas außerhalb vom Stadtzentrum gelegen, befindet sich eines der berühmtesten Wahrzeichen Lissabons. Der kleine Leuchtturm aus dem Jahre 1521 ist eines der wenigen Gebäude, welches das große Erdbeben von 1755 unbeschadet überstanden hat. Der hübsche Turm liegt einige Meter weit in den Gewässern des Tejos und schon früh scharen sich auf dem langen Holzsteg vor seinen Toren die ersten Besucher, um die auf 35m Höhe gelegene Aussichtsplattform zu erklimmen. Torre de Belém, Lissabon Ascensores de Lisboa Lissabon verfügt über insgesamt drei Standseilbahnen, den Ascensor do Lavra, da Glória und da Bica, welche Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden, um auch die Stadtteil everkehrsmäßig zu erschließen, welche aufgrund ihrer steilen Hanglage mit der damaligen Pferdestraßenbahn nicht erreicht werden konnten. Optisch erinnern die quietschgelben, nostalgischen Wagen zwar an die kleinen Straßenbahnwagons, technisch haben sie jedoch wenig mit ihnen gemein.

Piraten-Fazit

Wer südländische Städte mit nostalgischem Charme mag, der wird Lissabon einfach lieben. Die Stadt hat viele schöne Ecken und man kann durchaus auch mehrere Tage hier verbringen, ohne dass es langweilig wird. Zudem eignet sich Lissabon hervorragend als Ausgangsort für eine kleine Rundreise oder einen kombinierten Bade- oder Surfurlaub. Wir haben beispielsweise die Gelegenheit genutzt und von hier aus unsere Reise entlang der Costa Prata (Silberküste) bis nach Porto gestartet. Eurer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt und ganz egal ob ihr nur einen Städtetrip plant oder Lissabon im Rahmen eines längeren Urlaubs besuchen wollt: ihr werdet euer Herz an diese tolle Stadt schnell verlieren, versprochen.

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